Laval, Hauptstadt des franz. Depart. Mayenne, am Flusse Mayenne in der ehemaligen Grafschaft Maine, an der Linie Paris-Brest der Westbahn, die hier nach H——άκ½ und Chäteau-Gontier abzweigt, 297 kmeim Westsüdwesten von Paris, ist im alten Teile schlecht gebaut, aber malerisch zwischen zwei Hügeln gelegen und mit alten festen Mauern umgeben. Die Stadt hat ein altes großes düsteres Schloß mit einem Donjon, welches einst Residenz der Herzöge von L. war und seit der Revolution als Gefängnis dient, einen Justizpalast in einem ehemaligen Schlosse, einen 1859 vollendeten bischöfl. Palast, mehrere monumentale Kirchen, darunter die Dreifaltigkeitskirche an der Stelle eines frühern Fort, das selbst wiederum die Stelle eines Jupitertempels eingenommen haben soll, schöne Promenaden, die Statuen des Erzbischofs Cheverus und des Wundarztes Ambroise Pareé, eine schöne Brücke mit geschmackvollen Bogen, einen granitenen Viadukt der Eisenbahn mit neun Bogen und eine große, von den Herzögen von Trémouille erbaute Leinwandhalle, jetzt Ausstellungspalast. L. zählt (1881) 27810 E., ist eine der hübschesten Städte Frankreichs, und Sitz eines Bischofs, eines Gerichtshofs erster Instanz, eines Assisenhofs, eines Handels- und zweier Friedensgerichte, eines Gewerberats, einer Handelskammer und einer Bankfiliale. Auch hat der Ort ein Lyceum, ein Lehrerseminar, eine Taubstummenanstalt, eine öffentliche Bibliothek von 16000 Bänden, ein Naturalienkabinett, eine Ackerbaukammer, eine Gartenbaugesellschaft, eine Korrektionsanstalt und mehrere Wohlthätigkeitsanstalten. Die Bevölkerung unterhält sehr bedeutende Manufakturen, namentlich in Leinwand, Zwillich, Kattun und andern Baumwollwaren, in Papier und Töpferwaren, außerdem Eisenhütten, Kalköfen, Sl⸗, Getreide⸗ und Lohmühlen, Gerbereien, Marmorbrüche und Färbereien. Auch besteht ein lebhafter Handel mit den Erzeugnissen dieser Industrie, sowie mit Kleesamen, Korn, Vieh, Holz für die Marine. Die Märkte des Ortes sind daher sehr bedeutend. L. wurde angeblich von Karl dem Kahlen gegen die Einfälle der Bretagner erbaut, war später eine Baronie, die 1429 zur Grafschaft und Pairie erhoben wurde, und kam dann durch Heirat an das Haus Montmorency, 1521 an Franz von Trémouille. Am 25. Okt. 1793 siegten die Vendéer unter Laroche über die Republikaner unter Westermann bei dem 9,5 km im Süden gelegenen Dorfe Entrammes, von wo sich 27. Okt. die Schlacht noch 18,5 Em weiter, bis Chäteau-Gontier (s. d.), hinzog.