FeedLenz (Heinr. Oskar)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Lenz (Heinr. Oskar), Geolog und Reisender, geb. 13. April 1848 zu Leipzig, erhielt seine wissenschaftliche Vorbildung auf dem Modernen Gesamtgymnasium und der Nikolaischule seiner Vaterstadt, studierte 1866 — 70 auf der Universität daselbst Naturwissenschaften, speziell Mineralogie und Geologie unter Leitung von Naumann, dessen Assistent er dann wurde. Nach Beendigung seiner Studien ging er nach Wien, zunächst als Volontär an die k. k. Geologische Reichsanstalt, woselbst er bereits 1872 definitiv angestellt wurde. Bis Ende 1873 unternahm er mehrfach geolog. Reisen nach Ungarn, Slawonien, Böhmen und in die Nordalpen, worüber er in dem chen Ris und den „Verhandlungen der Geologischen Reichsanstalt berichtete; auch bearbeitete er im Verein mit Hochstetter und Toula die geolog. Sammlungen für den wissenschaftlichen Teil des Werks «Die Zweite Deutsche Nordpolfahrto (Lpz. 1874). Zu Anfang 1874 erhielt er von der Deutschen Afrikanischen Gesellschaft in Berlin den Antrag, sich an den von der Gesellschaft ausgerüsteten wissenschaftlichen Expeditionen nach Westafrika zu beteiligen, wobei ihm das Ogowe- und Gabungebiet als Ausgangspunkt zugewiesen wurde. Nach dreijährigen Reisen kehrte er zurück und nahm seine frühere Stellung in Wien wieder ein. Von derselben Gesellschaft beauftragt, trat er 22. Dez. 1879 von Tanger aus die Reise nach Timbuktu an,‚ das er unter vielen Gefahren über Tarudant, Taudeni und Arauan 1. Juli 1880 erreichte. Am 17. Juli verließ er die Stadt und traf 2. Nov. in Medina, der äußersten franz. Militärkolonie am Senegal, ein. Im J. 1881 kehrte er wieder nach Wien zurück; seit Jan. 1883 ist er Generalsekretär der Geographischen Gesellschaft in Wien, seit 1. Juli 1883 Redacteur der Zeitschrift Aus allen Weltteilen v. Seine beiden afrik. Reisen beschrieb L. in «Skizzen aus Westafrika (Berl. 1878) und «Timbuktu. Reise durch Marokko, Sahara und Sudan » (2 Bde., Lpz. 1884).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 951Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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