Missionen sind an den Küsten von West- und Süd-Afrika, sowie seit Stanley’s Kongofahrt auch an den Ufern des Kongo, und seit der deutschen Besitznahme gewisser Teile Ostafrika’s auch dort zahlreich vertreten. Für die Bekehrung der Hottentotten und Kaffern bildet die Kapstadt den Mittelpunkt; nächst den Herrnhutern, Methodisten u. englischen Missionären ist die Rheinische Missionsgesellschaft dort thätig. Auf der Westküste ist der Erfolg der englischen, amerikanischen und deutschen M. in fortwährendem Zunehmen begriffen, obschon auf Sierra Leone das gefährliche Klima auch die Thätigkeit der M. gefährdete. Über die Ausbreitung der M. am Kongo sehe man den Artikel „Kongo*“. Von der Ostküste aus sind deutsche und englische M. thätig, von denen die letzteren besonders in den Uferländern der Seeen bedeutende Erfolge zu erzielen scheinen. Die evangelische Missionsthätigkeit in Agypten und Habesch sucht die Eifersucht der koptischen und römischen Priester zu hindern. In Madagaskar erhielt sich trotz der Verfolgungen 1836 uud 1849 ein kleines Häuflein bekehrter Christen. In England bestand schon seit 1647 eine durch eine Parlamentsakte bestätigte Gesellschaft zur Ausbreitung des Christentums im Auslande, Rob. Boyle an der Spitze, welche den Missionär Joh. Elliot in ihren Diensten hatte. Im:Jahre 1700 wurde in London die Gesellschaft. zur Ausbreitung der christlichen Erkenntnis, 1731 die Hauptmissionsgesellschaft der deutschen Brüdergemeide, 1792 die Baptisten-Missionsgesellschaft in London und 1796 die Grosse Londoner Missionsgesellschaft für Protestanten ohne Unterschied desBekenntnisses gestiftet. Ausser diesen sind gegenwärtig die wichtigsten Missionsgesellschaften in Edinburg (1796), Boston . (1810), Basel (1816), New-York (1820), Berlin (1823), Barmen (1828), Dresden (1836) und Leipzig (1847). Unter den Sekten sind besonders die Baptisten und Methodisten für die M. sehr thätig gewesen. _ Katholischerseits sind besonders die französischen und österreichischen Missionäre hervorzuheben: die 1703 vom Abbe Desplaces in Paris gestifteten Missionspriester des heiligen Geistes, die Algerische Mission , die Leopoldinenstiftung in Wien, der Bonifaciusverein u. a.; in Italien wurde 1838 der „Verein zur Unterstützung der Negerkinder „durch den Missionär Olivieri veranlasst, der 1838 einen Knaben von Kairo kommen liess und erzog, und später selbst nach Afrika ging, um Sklaven zu kaufen. Diese werden durch die Vereinsbeiträge von monatlich 6 Pfg. und sonstigen Unterstützungen hoher Personen gekauft und in Städten Italiens und Frankreichs christlich erzogen, die Geeigneten zu Priestern geweiht und als Missionäre unter ihre Landsleute gesendet.