Auerhahn, nächst der Trappe der größte unserer Hühnervögel, der zur Wonne der Jäger noch immer in den europäischen Wäldern und zum Schrecken der Feinschmecker noch immer in der europäischen Küche vorkommt. Das Fleisch dieser „Freude des Waidmanns“ ist hart wie Eichenrinde, zähe wie Wildleder und trocken wie Bohnenstroh, so daß die mannigfaltigsten Kunstgriffe (Aushängen, Beizen, Eingraben in das Erdreich etc.) aufgeboten werden müssen, um es überhaupt genießbar zu machen. Es schmackhaft zu machen — lasciate ogni speranza! Auf der guten Tafel glänzt daher der Auerhahn nur durch seine Abwesenheit, es müßte denn der glückliche Schütze sich unter den Gästen befinden, dem Stolz und Freude wohl bisweilen über die Marter des Selberessens seiner Beute hinweghelfen. Selbst wenn der Hahn eine Henne oder erst vier Monate alt ist, vermag er nicht für sich einzunehmen, mag er sich gespickt und gebraten, gedämpft oder als Salmi präsentiren. Man ist daher auf die komische Idee gekommen, ihn nach dem Dämpfen auf dem Reibeisen zu zerfetzen, mit dem Wiegemesser in Atome zu zerkleinern und so, auf Butterschnitte gestrichen, zu Tisch zu geben. Aber selbst in dieser Gestalt geht ihm der Kenner aus dem Wege und überläßt es den Gecken, sich eines Genusses zu rühmen, der keiner ist.