Crême, in Deutschland aus alter Gewohnheit noch immer Crôme geschrieben, bezeichnet im eigentlichen Sinne das Obenaufschwimmende, also das Obers, den Rahm, die Sahne, in übertragener Bedeutung aber das Beste, den Ausbund oder die Auslese einer Sache. In der Küche werden als Eremes solche Speisen bezeichnet, die in einfachster Form aus Schlagsahne mit Wein, Kaffee-Essenz, Vanillezucker, Chocolade, Erdbeermark, Aprikosenmarmelade u. dgl., in vervollkommneter Gestalt aber aus Schlagsahne, Eigelb, Milch und Gelatine mit den nämlichen Zuthaten bestehen, stets auf Eis gekühlt und kalt servirt werden. Die Crsmes stellen somit eine Art Gefrornes dar, für das man geradezu durch's Feuer gehen könnte, da ihr süßwürziger, erfrischender Geschmack selbst für eine verbrannte Zunge ein unübertreffliches Labsal ist; sie werden denn auch als Zwischengerichte besonders von den Damen nach Gebühr geschätzt. — In der Destillerie dagegen heißen Erèmes die feinen Liqueure, die besonders stark mit Zucker versetzt und daher dickflüssiger sind als die gewöhnlichen. So enthält beispielsweise gute Crème de menthe (Pfefferminzliqueur) 27—287% Rohrzucker. Man nimmt sie auch mehr, pour parkumer la bouche, d. h. um sich in guten Geruch zu setzen, als um der Verdauung zu Hilfe zu kommen.