FeedCubeben
Handwerk & GewerbeAppetit-Lexikon 1894

Cubeben, die braunen, erbsengroßen, vor der Reife eingesammelten und daher noch mit dem Stiele versehenen Früchte des Cubeben⸗ oder Schwanzpfeffers, einer in Ostindien und auf den Sunda-⸗Inseln heimischen Art des Pfefferstrauchs. Sie bildeten noch um 1830 ein ziemlich gangbares, heute aber fast nur noch in der Liqueurbrennerei verwendetes Gewürz, das vorzugsweise in Canditengestalt als aromatisches Kaumittel gebraucht wurde, denn weniger scharf und dabei balsamischer als der Pfeffer, erregt die Cubebe beim Kauen nach dem ersten, gewürzhaft brennenden Geschmack eine angenehm kühlende Empfindung im Munde, als ob man einen tüchtigen Schluck frischer Bergluft einathme. Vielleicht wäre auch dies angenehme Kaumittel nicht so völlig außer Curs gekommen, hätten nicht die Mynheers wie den Muscatnußhandel, so auch den Cubebenbau vollständig monopolisirt gehabt und in ihrer Krämerweisheit auf so hohe Preise gehalten, daß die Cubebe beim Auftauchen des Cachous sofort den Boden im Publicum verlor. Heute ist sie kaum noch bekannt, und daher mag es rühren, daß die liebe Einfalt bisweilen die Rosinen als Cubeben (statt Cibeben) bezeichnet.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 124Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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