FeedGumpoldskirchner
Handwerk & GewerbeAppetit-Lexikon 1894

Gumpoldskirchner, ein niederösterreichischer Edelmann, der den Besten seiner Zeit genugthut, weil er selber vom Besten ist. Er wird in Gumpoldskirchen aus Rebsatz von rothem Zierfahndler gewonnen und stellt einen bouquetreichen Weißwein erster Klasse dar, dessen Ausbruch Hamm sogar der Tokayer-Essenz an die Seite stellt — natürlich in ihrer Art und einen vorzüglichen Jahrgang vorausgesetzt. Wie angenehm der Gumpoldskirchner eingeht und wie gründlich er beseligt, hat schon der alte Joh. Rasch beobachtet, der in seinem „Weinbuch“ vom Jahre 1582 die tröstliche Bemerkung macht: Wer Gumpoldskirchner trinkt zwei Maß, Der mag allein nit gehn sein' Straß. Guter Gumpoldskirchner hält aber auch auf guten Preis: Eduard Sacher in Wien gibt die Flasche nicht unter 2 bis 2½ Mark. Allerdings darf man dafür auch vom Jahrgang 1874 sagen: Dies Kind, kein Engel ist so rein, Laßt eurer Huld empfohlen sein.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 210Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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