FeedKichern oder Kichererbsen
Haus & KücheAppetit-Lexikon 1894

Kichern oder Kichererbsen, in Steiermark Sperberköpfel, in Niedersachsen Ziesern, die graugrünen, nahezu vierkantigen Samenkörner der gleichnamigen Staude, haben trotz wiederholter Anbauversuche in Mittel-und Nordeuropa keinen Eingang gefunden, während sie allerdings in Südeuropa und namentlich in Spanien ein fast tägliches Nahrungsmittel bilden. Man verspeist die Körner zum Theile grün und zwar entweder roh, wobei sie neben dem erbsenähnlichen einen säuerlichen Beigeschmack zeigen, oder man kocht sie in Wasser und genießt sie wie grüne Erbsen. Die reifen Kichern, zu Brei verkocht und mit Pfeffer, Oel und Citronensaft gewürzt, geben eine beliebte Fastenspeise der Italiener und Spanier, ihre Hauptrolle jedoch spielen sie als unerläßlicher Bestandtheil der noch unerläßlichern Olla potrida. Im Uebrigen sind sie wie alle Hülsenfrüchte nahrhaft, aber schwer verdaulich und als Gemüse nach unsern Begriffen kaum verwendbar, da sie zwar beim Kochen aufspringen, aber weder auseinandergehen noch die Schale abstoßen.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 270Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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