Mus verwandt mit Schmaus, hieß im ältern Deutsch die Mahlzeit überhaupt (also „Abendmus“ für „Abendbrot“), dann in engerer Bedeutung das aus Pflanzenstoffen bereitete Beiessen zum Fleisch, das „Zugemüse“ oder „Gemüse“ der heutigen Sprache (daher z. B. „Musgarten“ für „Krautgarten“), und endlich jede zu breiartiger Consistenz verkochte Substanz (daher Hafermus, Brotmus, Lungenmus, Weinmus, Mandelmus u. s. w.). In dieser letztern umfassenden Bedeutung ist das Wort noch in Oesterreich und Süddeutschland im Gebrauch, so daß in diesen Ländern die Bezeichnungen Mus und Brei fast ohne jeden Unterschied angewendet werden. In Norddeutschland dagegen hat sich in sofern eine Begriffstrennung vollzogen, daß Brei dort vorzugsweise ein aus trockener Substanz hergestelltes Gericht bedeutet (also Haferbrei, Reisbrei, Linsenbrei etc. — nie Hafermus, Reismus, Linsenmus), während Mus vorzugsweise für das zu Brei verkochte und zumeist als Zubrot verwendete Obst und Wurzelwerk (Apfelmus, Birnmus, Pflaumenmus und Rübenmus) gebraucht wird. Weiter als auf die Bezeichnung aber erstreckt sich der Unterschied zwischen der österreichischen und der deutschen Küche in diesem Falle nicht: beide bereiten ihre Muse und Breie auf dieselbe Weise und auch mit demselben Geschick.