Sago ist eine Art Stärkemehl von weißer, brauner oder röthlicher Farbe, das namentlich in Ostindien und Australien von der Sagopalme gewonnen wird, indem man das Mark des Baums mit Wasser behandelt und das auf diese Weise gewonnene Mehl an der Sonne trocknet. Um den Perlsago zu bereiten, feuchtet man das Mehl wieder an, schüttelt es in einem Tuch, bis es sich von selber körnt, dörrt dann die Körner mit geringem Zusatz von Cocosöl unter beständigem Umrühren in einer eisernen Pfanne und läßt sie endlich an der Sonne nachtrocknen. Diese harten Sagograupen quellen in warmem Wasser ziemlich rasch zu einer durchsichtigen, schleimigen Masse auf und bilden eine beliebte Suppeneinlage, obgleich ihr Geschmack nur gering und ihr Nährwerth nahezu gleich Null ist. Selbst in den Productionsländern wird daher der Sago weit weniger geschätzt als Reis und Mais. Europa lernte ihn erst im 18. Jahrhundert kennen, und zwar England, das noch heute den größten Sagoverbrauch aufweist, im Jahre 1727, Frankreich seit 1740 und Deutschland seit 1744. In Mitteleuropa braucht sich übrigens Niemand mit den Kennzeichen der ausländischen Sagosorten abzuplagen, denn in der österreichischen, der deutschen und der Schweizer Küche ist der echte ostindische Sago ungemein selten. Hier begnügt man sich mit dem sogenannten deutschen Sago aus Kartoffelstärkemehl, der in eigenen Fabriken im Großen producirt wird und glücklicherweise, da er so gut wie gar keinen Geschmack hat, kein Gericht verdirbt. Im Gegensatz zum echten Sago löst er sich in kaltem Wasser, wozu jener sich nie herbeiläßt. Vgl. Tapioca.