FeedSchlehen
Haus & KücheAppetit-Lexikon 1894

Schlehen, die kleinen, runden, blaubereiften Früchte des Schwarzdorns, der in allen Vorhölzern und Hecken Europa's zu Hause ist, werden bei einer unausstehlichen Herbheit erst durch den Frost, der eine Umbildung des Stärkemehls in Zucker veranlaßt, einigermaßen genießbar und haben nur noch sehr geringe Bedeutung für die Küche. In der Moldau und Walachei ißt man sie vielfach roh und dörrt sie zum Wintervorrath; in Oesterreich und Deutschland kocht man sie mit Essig, Zucker, Syrup und Gewürzen ein oder stellt eine Marmelade daraus her. Zerstampft, mit Traubenzucker und Traubenmost zusammen der Gährung überlassen und endlich mit Kornbranntwein versetzt, geben sie den rothen, ziemlich kräftigen Schlehenwein, der in einigen Gegenden des Kaiserstaats geradezu als Oporto bezeichnet wird. Nach glaubwürdiger Versicherung ist jedoch eine thatsächliche Verwechslung mit dem Gewächs des Dourothals gänzlich ausgeschlossen.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 497Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Haus & Küche 6