Heidelbeeren, in Oesterreich auch Schwarz- oder Heubeeren, in Norddeutschland Bick- oder Blaubeeren, die erbsengroßen, blauschwarzen Früchte des Heidelstrauchs, waren Römern und Griechen höchstens dem Namen nach bekannt, wurden aber in Mittel- und Nordeuropa, wo der Strauch wie im nördlichen Asien und in Britisch-Nordamerika weite Strecken bedeckt, von uraltersher fleißig benutzt und bilden heut zu Tage für die ärmern Bewohner der Gegenden, wo sie in Menge wachsen, einen sehr wichtigen Handelsartikel. Man genießt die Beeren roh in Milch oder Weißwein mit Zucker als Kaltschale oder trocknet sie und kocht daraus mit Milch eine Suppe, die kalt ebenso gut mundet wie warm. Ferner bereitet man Mus und Compot daraus und backt damit den delicaten Heidelbeerkuchen, gegen den der Kirschkuchen in das angestammte Nichts zurücksinkt. Endlich stellt man auch noch einen Branntwein daraus her, der komischer Weise Heidelbeerkirsch genannt wird und verwendet sie in Norddeutschland in großen Mengen zum Weinfärben. Bremen und Hamburg allein führen nur zu diesem Zwecke jährlich für 30 000 Mark Heidelbeeren ein.