Stint muß sich trotz seiner hohen Geburt und noblen Verwandtschaft — er stammt aus dem Hause Salm — von der ostpreußischen Straßenjugend den Spottreim nachschreien lassen: „Stint, Stint, Stintfisch, Stinkst schon, wenn du lebendig bist 2 In der That duftet der kleine Bursche ganz energisch nach faulen Salzgurken, und wenn Brillat-Severin dem in Provenceöl gebackenen Stint nachrühmt: „Der Stint ist die Baumlerche der Gewässer: dieselbe Kleinheit, dieselbe Feinheit, dasselbe Parfüm“ — so ist das einzig und allein vom Stint des Kanals zu verstehen, der allerdings wie alle Meerstinte weniger intensiv riecht und daher ziemlich geschätzt wird. Der Fisch kommt sowohl in den Binnenseen wie an den K Küsten Großbritanniens, Scandinaviens, Rußlands und Norddeutschlands in großartigen Mengen vor und wird zur Laichzeit im März und April in solchen Massen gefangen, daß das Kilo in den Nordseestädten höchstens 0 20, in den Ostseestädten aber nicht selten nur 0·03 Mark werthet. Wegen des bösen Geruchs, der bei den Flußstinten geradezu unausstehlich ist, müssen die Fische abgesotten werden, bevor man sie zum Backen verwenden kann. Immer aber wird dieses Geruchs wegen nur der Liebhaber sich mit vollem Behagen an dem wirklich delicaten Fleisch erbauen, und daher das norddeutsche Sprichwort: „Stint gehört in's Armenhaus“.