Thunfisch oder Thun, der größte unter allen wegen ihres Fleisches verfolgten Fischen, erreicht bei einer durchschnittlichen Länge von 2—3 meein Gewicht bis zu 500 kg und bewohnt hauptsächlich das Mittelmeer, kommt jedoch in geringer Anzahl auch im Atlantischen Ocean vor. Des Laichens wegen sucht der Thun im Mai und Juni die Küsten auf und wird zu dieser Zeit in riesigen Netzen, den sogenannten „Tonnaren“, zu Hunderten erbeutet. Sein derbes, rothes Fleisch, das zubereitet zumeist an Rindfleisch erinnert, ist an den verschiedenen Körperstellen von verschiedener Qualität und spielt noch immer in der spanischen, südfranzösischen und italienischen Volksküche eine sehr hervorragende Rolle, schmeckt aber roh und etwas thranig, und wird daher von der bessern Küche durchgängig verschmäht. Am meisten wird noch das Bauchstück (ital. Sorra) geschätzt, das frisch in Scheiben mit Olivenöl auf dem Rost gebraten, und mit Remouladensauee begossen oder in Salzwasser gesot ten mit DOel und Citronensaft, ein saftiges, nahrhaftes und wohlschmeckendes Gericht gibt, hauptsächlich aber, leicht geröstet und mit Gewürzen in Oel eingelegt, als Thun in Oel einen Artikel des Delicatessenhandels bildet; doch scheint es, als ob diese leckere Fischconserve, namentlich soweit sie von Frankreich aus (Pellier Frres in Le Mans) in den Handel kommt, nicht sowohl vom Thun als von seiner Base, der Albieore, herstamme, die nur eine Länge von UIm und ein Gewicht von höchstens 50 kg erreicht, deren Fleisch sich aber durch Weiße, Feinheit und Wohlgeschmack vor dem Thunfleisch auszeichnet. Die Albicore haust, ohne im Mittelmeer zu fehlen, vorzugsweise im Ocean und wird später als der Thun, nämlich im Juli und August, an den spanischen und französischen Küsten, besonders im Golf von Biscaya gefischt.