FeedJelisawetgrad (Elisawetgrad)
ErdkundeBrockhaus 1882

Jelisawetgrad (Elisawetgrad), Stadt im Gouvernement Cherson, im Kreise Bobrinez, am Flusse Ingel, 266 km nördlich von Cherson und 78 km nördlich von Bobrinez, an den Eisenbahnen J.⸗Charkow und J. Birsula, mit (1882) 63 064 E. darunter viele Juden, hat Tabaksfabriken, Talgsiedereien, Lichtfabriken, Lederfabriken und vier bedeutende Jahrmärkte. Jelisawetpol (Elisabethpol) oder Gandscha, „Hauptstadt des gleichnamigen Gouvernements, 44 153 qm mit (1880) 629 410 E., im russ. Transkaukasien, 214 km im Südosten von Tiflis, am Gandscha-Thraja, einem Nebenfluß des Kur, eine echt asiat. Stadt von großem Umfange, mit engen Gassen, festungsartigen Häusern, die flache Erddächer und fensterlose Außenmauern haben, zerfällt in vier Quartiere, zwei Armenier⸗ und zwei Tatarenstädte, und zählt (1882) 18 505 E., welche bedeutenden Obst⸗„ Wein⸗ und Seidenbau treiben. Gandscha, im Mittelalter Gandsak, Kanga oder Kendshe genannt, war einst die Hauptstadt des Chanats Gandschin in Georgien, ist aber durch mehrfache Eroberungen gesunken, wurde 1804 von den Russen erstürmt, kam aber erst 1813 auf immer an Rußland. Auch ist sie durch Paskewitschs Sieg, den dieser 25. Sept. 1826 über Abbas Mirza hier davontrug, denkwürdig geworden. In der Umgebung liegen ungeheuere Ruinen, in denen häufig altpers., parth., sassanid., griech. und röm. Münzen gefunden werden. Das merkwürdigste Denkmal ist die Schamkorsäule, deren Erbauung Alexander d. Gr. zugeschrieben wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 829Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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