Julius III., 1550—55, hieß eigentlich Gianmaria de' Medici, nannte sich aber nachher del Monte nach dem Stammorte seiner Familie. Er war wegen seines ausschweifenden Lebens berüchtigt. Unter Paul III. 1536 zum Kardinal erhoben, wurde er als Prinzipallegat zum Konzil nach Trient gesendet, wo er mit Eifer das päpstl. Interesse vertrat. In seinem 66. Jahre wurde er zum Papst gewählt. Im J. 1551 eröffnete er wieder in Trient das Konzil, das aber schon 1552 auseinander gehen mußte. Ein Bündnis mit dem Kaiser gegen Frankreich gab er bald nachher wieder auf. Mit Venedig geriet er wegen der Inquisition in Streit; mit den Nestorianern verhandelte er wegen einer Union. Er starb 1555.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 920Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei