Anjala ist der Name eines schwed. Adelsbundes. Als König Gustav III. (. d.) von Schweden 1788, hauptsächlich um einen Ableiter für die zunehmende Unzufriedenheit im Innern zu schaffen, ohne Beratung der Stände das im Kriege gegen die Türkei befindliche Rußland angriff, sahen seine polit. Gegner darin mit 1——— eine Übertretung der Fundamentalgesetze des Reichs. Mangelnde Voraussicht und fehlerhafte Anordnungen nach erfolgter Eröffnung des Feldzugs waren nur geeignet, dieser Auffassung in weitern Kreisen Eingang zu verschaffen. Gleichzeitig benutzten einflußreiche Finländer die hierdurch entstandenen Wirren, um einen Plan zur Erreichung der polit. Unabhängigkeit für ihr Land zu entwerfen. Die Majore ägerhorn, Klick u. a., vom ehemaligen Obersten prengtporten geleitet, vermochten die Mißvergnügten, im Lager zu A. direkte Unterhandlungen mit der russ. Kaiserin anzuknüpfen, und zu derselben Zeit (12. Aug. 1788) ward dem Könige eine von 113 Offizieren unterzeichnete Schrift überreicht, worin sich die Unterzeichner eidlich verpflichteten, den König zum Frieden und zur Berufung eines Reichstags zu vermögen. Gustav fand in der Nachricht von der dän. Kriegserklärung einen ehrenvollen Vorwand, sich aus der ihn persönlich bedrohenden Lage zu ziehen; ein abtrünniges Finland unter russ. Schutz war nur für wenige eine erfreuliche Aussicht; die Hoffnung der Verbündeten, den Bruder des Königs, Herzog Karl, zu gewinnen, scheiterte auch; und bald sah sich Gustav stark genug, den aufrührerischen Geist zu unterdrücken. Befehle zur Verhaftung der leitenden Männer wurden erteilt, die Eiferer für die finn. Selbständigkeit entflohen nach Rußland, den übrigen ward in Stockholm ein Prozeß gemacht, jedoch nur einer, Oberst Hästesko, zum Tode verurteilt.