FeedApisfest
HimmelskundeBrockhaus 1882

Apisfest, die Natales Apidis, bezog sich auf die jährliche Erscheinung des neuen Nilwassers, und am Ende einer Lebenszeit von 25 Jahren, die er nicht überschreiten durfte, wurde der A. an einem bestimmten Orte in den Nil gestürzt. Zu dem Mneuis von Heliopolis scheint der A. in einem besondern gegensätzlichen Verhältnis gestanden zu haben. Obgleich beide, wie ausdrücklich berichtet wird, dem Osiris heilig waren, alt doch Mneuis als ein Sonnenstier, A. als ein ondstier, und jener ward von einigen Vater des A. genannt. Nach Plutarch wurde der A. von einem Mondstrahle ge — und zu seinen Kennzeichen gehörte auch ein Bil des wachsenden Mondes, wie auch die 29 Zeichen auf die Zahl der Tage des synodischen Monats sich zu beziehen scheinen. Beim aufge enden Monde begaben sich die Priester zuerst zum A. Die verstorbenen Stiere werden in griech. Papyrus Osormneuis und Osorapis genannt, und die 25 Lebensjahre des A. bezeichnen eine Mondperiode im ägypt. Sonnenkalender, in welcher nach 25 Jahren dieselben Mondphasen auf dieselben Kalendertage sielen. Der A. war schwarz bis auf gewisse Flecken, die für ihn als charakteristisch angesehen wurden. Bei seiner Auffindung wurde ein großes Freudenfest im Lande gefeiert. Auch wurden dem A. weissagende und prohetische Kräfte zugeschrieben, wie sich überhaupt in päterer, namentlich in griech.⸗röm. Zeit ein willkürliches Beiwerk an ihn anschloß, das seiner ursprünglichen symbolischen Bedeutung fremd war. Der in der ersten Ptolemäerzeit neu vom Auslande aus Sinope eingeführte Lokalgott von Alexandria, Sarapis, wurde zur Beschwichtigung der ägypt. Priester, die ihn zuerst nicht aufnehmen wollten, mit dem alten memphitischen Osiris-⸗A. in Verbindung gebracht und auf diesem Wege in das ägypt. Götterwesen aufgenommen. .

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 757Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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