Arbon, Hauptort des gleichnamigen Bezirks im schweiz. Kanton Thurgau, liegt 409 m über dem Meere, 7½ km südöstlich von Romanshorn auf einer kleinen Halbinsel des Bodensees, an der Linie Rorschach-Romanshorn der schweiz. Nordostbahn, zählt (1880) 1948, als Gemeinde 2475 E., wovon etwa 27 Proz. katholisch sind. Das freundliche Städtchen besitzt eine stattliche, beiden Konfessionen dienende Kirche, ein Schloß, in welchem jetzt eine Seidenbandfabrik betrieben wird, und eine bedeutende mechan. Werkstätte. Die reizende, obst⸗ und weinreiche Umgebung gewährtüberall herrliche Ausblicke auf die Gebirge und den Bodensee. Ä. liegt an der Stelle der röm. Festung Arbor felix, die im 1. Jahrh. n. Chr. zum Schutze der Heerstraße von Augusta Rauracorum (Augst) nach Brigantia (Bregenz) erbaut und im 5. Miro von den Alamannen zerstört wurde. Im Mittelalter stand bei A. hart am See eine Hohenstaufenburg, welche Konradin von Schwaben 1266 vor seinem Zuge rborea hieß einer der vier Gerichtsbezirke, in welche die Insel Sardinien zerfiel, nachdem 1052 die Mauren durch die Sarden mit Unterstützung der Pisaner verjagt worden waren. Der Papst wurde Lehnsherr und legte die Regierung in die Hände von Richtern. Als Hauptstadt des Gerichts Ä. wurde Oristano erbaut, und der dortige Richter Bariso unterwarf sich fast die ganze Insel. Von 1188 an hörten die Kriege der Richter untereinander nicht 26 Zu Anfang des 14. Jahrh. waren drei dieser Gerichte eingegangen und nur das von A. noch übrig; daneben bestanden eine Menge von Jahn aften unter Usurpatoren. Anfang des 15. ahrh. endete auch die Herrschaft des letzten Richters von A., nachdem schon 1324 durch die aragones. Herrschaft im Süden die Macht der Pisaner und nördlich die der Genueser gebrochen war. Bei der Dunkelheit, in welche die alte Geschichte Sardiniens Hüblio ist, war es von großem Interesse, als der ibliothekar Martini alte Pergamente angeblich auffand, welche derselbe, da sie sich zuletzt in Oristano, der alten Hauptstadt von A., befunden haben sollten, als Pergamente von A. 1846 herausgab. Sie sollten zu einer Sammlung gehören, welche zu Anfang des 15. de gemacht worden wäre. In ihnen finden sich die Lücken der sardin. Geschichte ergänzt. Indes sind die Pergamente durch Jaffé und Dove als durchaus gefälschte nachgewiesen worden. 45 Neigebaur, Die Insel Sardinieno (2. Aufl., Lpz. 1856); Dove, De Sardinia insula (Berl. 1866).