Becker (Ludw. Hugo), Landschaftsmaler, geb. 19. Juli 1833 zu Wesel gest. 25. Dez. 1868 zu Düsseldorf, trat mit 18 Jahren in die dortige Akademie, verließ dieselbe jedoch bald und bildete sich in den Ateliers von Schirmer und Gude weiter aus. Obwol die von ihm hinterlassenen Bilder ihn noch nicht in allen Beziehungen als fertigen Künstler erscheinen lassen, so gibt doch seine Christnacht, die Kapelle an der Sieg, der Hirtenknabe, die Weinernte oder die Landschaft mit der Mühle Zeugnis von einer reichen Begabung. Ausgezeichnet ist an B.s Landschaften die geistvoll erfundene Becker (Nikol.), der Dichter des Rheinliedes, geb. 15. Jan. 1810 zu Geilenkirchen in Rheinpreuzmn, studierte die Rechte in Bonn, gab aber dieses Studium auf und arbeitete bei einem Gerichtsschreiber seines Geburtortes. Hier dichtete er 1840 unter den Eindrücken, welche der Waffenruf der nach dem linken Rheinufer trachtenden franz. Kriegspartei auf den deutschen Patriotismus hervorbrachte, das Lied »Sie sollen ihn nicht habeno welches durch ganz Deutschland rauschenden Beifall — und seinem Verfasser Berühmtheit verschaffte. Auch die Musik bemächtigte sich des Liedes, und es erschienen zahlreiche Kompositionen, von denen jedoch keine populär wurde. Selbst die Franzosen etzte das Rheinlied in Bewegung. Alfred de usset antwortete 1841 durch sein übermütiges Nous l'avons eu, votre Rhin allemand o. Vermarf Saiten schlug Lamartine in seiner Frieensmarseillaise (1841) an. Seit längerer Zeit kränkelnd, starb B. zu Hunshoven-Geilenkirchen 28. Aug. 1845. Eine Sammlung seiner „Gedichter erschien 1841 zu Köln. ecker (Oskar), bekannt durch sein Attentat auf König Wilhelm von Preußen, wurde 18. Juni 1839 zu Odessa geboren, wo er bis zum 16. Lebensjahre im Hause seines Vaters, des Lyceumsdirektors und titulierten Staatsrats B., eine sorgfältige Erziehung genoß, besuchte seit 1856 das Gymnasium u Dresden und studierte seit Ostern 1859 in Leipzig Darterraden und Kameralwissenschaften, als Neenstudien auch Mathematik sowie Arabisch und Türkisch. Zum Zwecke eines Attentats auf den König, zu welchem ihn fanatische polit. Motive veranlaßten, reiste er 12. Juli 1861 von Leipzig nach Baden-Baden, wo sich der König zur Kur aufhielt, und feuerte am Morgen des 14. auf denselben in der Lichtenthaler Allee in nur drei Schritt Entfernung beide Läufe eines scharfgeladenen Terzerols acbte ab. Der König erlitt indes nur eine gan eichte Kontusion am Halse. B. bekannte sich bei seiner sofortigen Verhaftung kaltblütig zu der That und gab derselben in einem bei ihm vorgefundenen Briese ein polit. Motiv, indem er erklärte: er habe die Uberzeugung gewonnen, daß der König den Umständen nicht gewachsen sei, die Einigung Deutschlands herbeizuführen. Nachdem die gerichtliche Voruntersuchung jeden Verdacht einer Mitwissenschaft anderer Personen beseitigt, wurde B. wegen bymGn Mordversuchs unter Anklage gestellt, vom Schwurgerichtshofe zu Bruchsal für schuldig erklärt und zu 20 Jahren Zuchthaus mit teilweiser Einzelhaft verurteilt, die er in der Strafanstalt zu Bruchsal antrat. Auf Fürsprache des Königs von Preußen von der bad. Regierung unter der Bedinung begnadigt, daß er Deutschland für immer verasen wurde er 31. Okt. 1866 aus der Haft entlassen, worauf er über Belgien nach Nordamerika ging und einige Zeit in Chicago lebte; dann besuchte er den Orient und starb 16. Juli 1868 in Alexandria.