Bixin, s. Orlean. Bixineen (Bixinéae), eine Pflanzenfamilie aus der Gruppe der Dikotyledonen, von welcher etwa 150 Arten bekannt sind, die 1e Bnten den Tropengegenden angehören. Die Blüuten + regelmäßig, meist zwitterig, sie stehen entweder in den Blattachseln oder endlländig, einzeln oder zu Büscheln, Trauben oder Rispen vereinigt. Die B. sind Bäume oder Sträucher mit wechselständigen, ein-RPi — 0 gezähnten Blättern. ixio (Gerolamo Nino), ital. General, geb. 2. Okt. 1821 zu Genua, machte als Schiffsführer mehrere Reisen nach Amerika und Australien, eilte aber 1848 auf die Kunde von dem Ausbruche der Lombardischen Revolution in das Venetianische, nahm hier Dienste in einem Freiwilligenkorps und beteiligte sich an mehrern Gefechten. Im J. 1849 war er als Adiutant des Kriegsministers Avezzana bei der Verteidigung von Rom dem d und wurde dabei schwer verwundet. Nachdem die Stadt in die Hände der Franzosen gefallen, kehrte B. nach Genua zurück und nahm seinen frühern Beruf wieder —7 Als 1859 das Korps der Alpenjäger unter Garibaldis Befehl errichtet wurde, erhielt er in demselben eine Anstellung als Major. Na dem Friedensschluß von Villafranca begab er si nach Centralitalien, wo er als Oberstlieutenant und Kommandant eines Regiments von der toscan. Regierung angestellt wurde. Mit Garibaldi nahm er seine Entlassung und schloß sich 1860 der Expedition von Marsala an. Als Kommandant eines Paltrmrs und wunde * t er bei Calatafimi und alermo und wurde beidemal leicht verwundet. Von der Diktatorialregierung Siciliens zuerst zum Obersten, dann zum Brigadier und Divisionär ernannt, ging er mit dem ihm unterstehenden Heeresteile zuerst von Sicilien nach dem neapolit. Festlande über, lieferte das Treffen von Reggio und rückte 45er. vereint mit den andern Truppen auf Neapel vor. In der Schlacht am Volturno kommandierte er im Gefecht von Maddaloni, welches der Armee Garibaldis den Rücken gegen die Um⸗ —.—— der Neapolitaner sicherte. Am Ende des riegs vom Diktator zum Generallieutenant ernannt und 1862 vom Könige in seinem Range beätigt, stand er zur Disposition des Kriegsminiers, bis ihm 1863 das Kommando der Territorialivision von Alessandria anvertraut wurde. Im Kriege von 1866 focht er als Kommandeur einer Division gegen die Österreicher und deckte nach der Niederlage von Custozza den Rückzug der ital. Armee. 1869 trat B. an die Spitze einer Gesellschaft für den Handel nach der Sudsee, aber beim Bevorstehen des Kampfes gegen Rom im Sommer 1870 wieder in aktiven Militärdienst und nahm am Sturme auf Rom teil. Nach der Besetzung Roms übernahm er das Direktorium der Handelsgesellschaft wieder, vermietete im Sommer 1873 sein Schiff Maddaloni an die holländ. Regie-Peale zum Transport von Truppen nach Atschin,‚ begleitete das Schiff und starb auf der Reede von Achin 14. Dez. 1873 an der Cholera. Vgl. Guerzoni, La vita di Nino B.„ (Flor. 1875). Bixio (Giacomo 0.59. 18 älterer Bruder des vorigen, geb. 20. Nov. 1808 in Chiavari, welches damals zu Frankreich gehörte, studierte zu Paris Medizin und veröffentlichte Dwiret eine Reihe von Schriften, namentlich landwirtschaftlichen Inhalts. Gegen Ende der Regierung Ludwig Philipps war er Redakteur des National Conversations-Lexikon. 13. Aufl. III. und nahm lebhaften Anteil an der Revolution von 1848, trat jedoch der Einführung der Republik entgegen. Als dieselbe proklamiert war, wurde er zum Kabinettschef ernannt und übernahm eine Mission nach Turin. Am 24. Juni 1848 wurde er im Kampfe gegen die Aufständischen verwundet. B. war Mitglied der konstituierenden und der gesetzgebenden Versammlung und leitete im ersten Kabinett des Prinzen Louis Napoleon vom 20. bis 29. Dez. 1848 das Ministerium des Ackerbaues und des Handels. Mit dem Staatstreiche vom 2. Dez. 1851, der ihn auf einen Monat in die Gefangenschaft brachte, beschloß B. seine polit. aftn Er beschäftigte sich fortan mit wissenschaftlichen Arbeiten und leitete eine Buch-Werte v. „ die vorzugsweise landwirtschaftliche erke verlegte. Da er in freundschaftlichen Beziehungen mit den Gebrüdern Pereire stand, schloß er sich infolge dessen der Unternehmung des Crédit mobilier an, dem er während der 3bet Jahre seines Lebens feine große Einsicht und Thätigkeit widmete. Er starb 16. Dez. 1865 zu Paris. Bizarrerie (frz.) bedeutet Sonderbarkeit im Betragen, insbesondere eine solche, die aus absichtlicher Abweichung von geltenden Sitten und Normen entspringt; es ist die mit Affektiertheit verbundene Sucht Seltsamen, Ungereimten, Auffallenden. Der Künstler verfällt eicht ins waltiant wenn er in falscher Originalitätssucht gewaltsam über Stil und Tradition hinausstrebt, ohne daz seine Kräfte zu wirklich neuen Schöpfungen hinreichen, sodaß formlose und verzerrte Gebilde ent-Ren 8 wenn auch das Bizarre zuweilen durch einen eiz des Geheimnisvollen und Schauerlichen fesselt, wie in E. T. A. Hoffmanns „Phantasiestücken in Callots Maniero oder in den Bildern des sog. Höllen-Breughel und des belg. Malers Wiertz. Bize, Flecken mit 1280 E. im franz. Depart. Aude, 23 km nordwestlich von Narbonne, 8 Em nördlich von Ginestas, am Aude-Zuflüßchen Cesse, liefert Braunkohlen, Eisen, Marmor und guten Wein. Namentlich ist jedoch der Ort bemerkenswert wegen der in seiner Nähe, in dem schönen Thale Las-Fons, befindlichen großartigen Knochenöhlen, die zu den merkwürdigsten Frankreichs geören. Gebeine und Zähne von Menschen, berußte brte M. eine grobe Art von Töpfergeschirr, durchbohrte Muscheln, bearbeitete Hirschgeweihe mitten unter den Knochen von Tieren, welche der heißen Zeit angehören, deuten darauf hin, daß zu einer eit, wo das Klima Frankreichs noch für jene Tiere geeignet war, dieselben hier bereits mit Menschen zusammenlebten. Bizerta (Biserta oder Benzert), Hafenstadt mit etwa 1000 E. arab. Stammes an der Nordküste von Tunesien, die nördlichste Stadt des Landes, zwischen einer Bucht des Mittelmeeres und einem 43u. For See, 80 km nordwestlich von Tunis gelegen. Forts und Batterien dafen die Stadt von der Meeresseite. Der innere Hafen galt früher als vortrefflich, ist aber jetzt derart versandet, daß er nur von wenigen Küstenfahrzeugen besucht wird. B. liegt auf den Ruinen von 1. Holont erober welches unter V. Cäsar zur röm. Kolonie erhoben wurde. ** „B. und seine Zukunfte (anonym von Erzherzog Ludwig Salvator, Prag 1881; nicht im Buchhandel). Bizet (Georges), franz. Opernkomponist, geb. 25. Okt. 1838 in Paris als der Sohn eines Gesanglehrers, besuchte das Konservatorium mit Auszeichnung, ging, 1857 mit dem Staatspreise belohnt, nach Italien und führte nach der Rückkehr 1863 in Paris einige Opern auf, die seinen Landsleuten als «zu Wagnerisch » mißfielen. Durch mehrere Symphonien, Ouverturen und gesangliche Konzertstücke befestigte er seinen musikalischen Ruf, worauf er 1875 mit der (auch in Deutschland u. s. w. beliebt gewordenen) Oper Carmeno einen großen Erfolg erzielte; bald darauf, 3. Juni 1875, starb er an einem Herzleiden. deutet in zahlreichen slawischen geogr. Namen: Weiß.. Weißen, Weißer u. s. w. Bielaja, bei den Baschkiren Ak-Issyl, linker Nebenfluß der Kama im europ.⸗russ. Gouvernement Orenburg und Ufa. Die B. entspringt in den Sümpfen des Werchne-Uralskischen Kreises kunder den uralischen Bergen Iremel und Awaljak und ergießt sich nach einem Laufe von 1200 km an der Grenze des Birskischen und Menselinskischen Kreises in die Kama. Das Flußbett der B. ist schmal und mit Steinen bedeckt; die Ufer bestehen aus hohen, bewaldeten Bergen, die reich an Höhlen sind. Eine der bedeutendsten ist die Höhle im Berge Beislan, die 240 melang, 24 mbreit und bis 30 m hoch ist. Die zahlreichen Zuflüsse der B., wie der Ussak, die Kana, Kaja, Ufa, Dema, der Urschak, Kamasan und Tscheremasam sind uders und wenig wasserreich. Schon 75 km von der Quelle wird die B. schiffbar; von Anfang November bis zur Mitte des April ist sie mit Eis bedeckt. Für den Rihme ist der Fluß von großer Bedeutung, da auf ihm eine Foln Menge von Metallen, Getreide, Pottasche Holzwaren nach der Kama verschifft werden. — Außer der B. im Gouvernement Orenburg gibt es in Rußland noch neun andere Flüsse, die denselben Namen führen, und zwar in den europ.⸗russ. Gouvernements Wjätka, Archangelsk, Gehiede un law, Smolensk, ferner im Kubanschen Gebiete und in den asiat.⸗russ. Gouvernements Tomsk und Irkutsk, von denen letzterer, ein Nebenfluß der Angara (270 km lang), der bedeutendste ist. Bielaweschie, mittelalterlicher Handelsplatz am Don, s. unter A sow. Bielbog (weißer Gott) wird in den Darstellungen der slaw. Mythologie als der oberste Lichtgott und Vertreter des guten Prinzips aufgeführt, im Eter der zu Tschernobog (Schwarzgott) als Vertreter der Finsternis und des bosen Lei Der o angenommene Dualismus hat aber in der altlaw. Mythologie nicht existiert, sondern anlabf wenn Anklänge daran vorkommen, bei den polabischen Stämmen bereits auf christl. Einfluß. Während der Name «Tschernoboge als Gottesname überliefert ist, beruht B. wahrscheinlich auf willkürlicher Erfindung, indem man dem „Schwarzgotter feinen Gegensaß hinzudichtete. Bielew, Kreisstadt im russ. Gouvernement Tula, am linken Ufer der Oka und an der Hauptstraße von Moskau nach Südrußland gelegen, ähtt 8640 E. und hat 19 Kirchen und 3 Rlöster ——— Mönchs⸗ und ein Nonnenkloster), Theater, Hospital, zwei Schulen und eine öffentliche Mibliothet; die Bevölkerung betreibt Talgschmelzerei, Ölfabrikation, Seilerei, unterhält auch eine Zuckersiederei. Der wichtigste Industriezweig aber ist, nach der seial. der damit sich beschäftigenden Personen, seit alter Zeit das Marketendergeschäft bei den Armeen und Truppenstationen. In den fernsten Gegenden des Reichs haben eine Menge Bjelewer zu diesem Zwecke ihre Wohnsitze. Von Bedeutung ist der Jahrmarkt vom 28. Aug. bis 10. Sept. (alten Stils) mit einem Umsatze von 1 Mill. Rub. Die Hauptgegenstände des Handels der Stadt selbst sind Getreide, Hanf und Leinöl. In den Chroniken wird B. zum ersten male 1147 erwähnt. B. gehörte Ende des 14. Jahrh. zu Litauen, riß sich aber 1468 los und kam noch im 15. ahrh. an das Großfürstentum Moskau. Im 16. Jahrh. wurde es wiederholt von den Tataren verheert; seit 1777 ist B. Kreisstadt des Gouvernements Tula. Am 4.(16.) Mai 1826 starb hier die Kaiserin Elisabeth, Witwe Alexanders I., auf ihrer Rückreise von Taganrog nach Petersburg. Ihr ist ein Monument errichtet, und das Haus, in welchem sie starb, ist unter dem Namen eines Witwenhauses in eine wohlthätige Anstalt verwandelt worden. Bielgorai, Kreisstadt im südl. Teile des europ.⸗ russ. Gouvernements Lublin, 32 km nördlich von der österr. Grenze, 94 km südsüdöstlich von Lublin, links am Flüßchen Lada, einem Nebenflusse der schiffbaren Tanwa. Die Stadt hat eine griech.⸗orthodoxe Kirche, eine kath. Kirche, zwei Schulen und 6640 E., von denen die bner 1 Juden. Die Hauptbeschäftigung der Einwohner ist die Fabrikation von Sieben aus Pferdehaar, die nach Rußland verkauft werden. Bielgorod, auch Belgorod, d. h. Weißstadt, Kreisstadt im russ. Gouvernement Kursk, am rechten Ufer des in geringer Entfernung entspringenden nördl. Donez, an der Mündung der Weselka in denselben und an der Eisenbahn Kursk-Charkow, in einer sehr schönen, Range daleen Gegend und an einem hohen Kreideberge gelegen, ist ein alter, reicher Ort und zählt 16097 E. Die Stadt 17 Kirchen, zwei Klöster, eine Kreisschule, ein geistliches Seminar und eine Pfarrschule, ein Hospital und ein Invalidenhaus. Die Bevölkerung unterhält 32 Fabriken, unter denen die Seifensiedereien und die wegen ihrer schönen Kerzen in Rußland berühmten Wachslichtfabriken obenanstehen. Frü28 waren besonders die Wollfabrikate mit ihren zollsortierungs. und Waschanstalten genannt. Nicht unbeträchtlich auch der Handel, und seit 1862 besitzt B. eine Bank. B. wurde 1593 auf Befehl des Zaren Feodor Iwanowitsch durch den Fürsten Wolchonski auf der damals in das Land der Tataren führenden Straße erbaut und mit Befestigungswerken versehen, von welchen noch jetzt Überreste mchrfarh sind. Im 17. Jahrh. wurde die Stadt mehrfach h die Tataren heimgesucht. Michael Feodorowitsch ließ deshalb die Bjelgoroder Linie errichten, einen mit 12 Festungswerken versehenen Erdwall, der 320 kmeweit von der Worskla bis zum Don reichte. Auf dieser Linie siedelten sich unter Alexej Michaelowitsch donische Kosaken an, sodaß B. der Hauptplatz der Ukraine und der Schlüssel des Kosakenlandes wurde. Im 1719 wurde B. Provinzialstadt des ursti en ouvernements; 1779 wurde sie dem Kurskischen Gouvernement zugezählt und zur Kreisstadt ben. Im von B. befinden sich bedeutende Wachslichtfabriken mit einem jährlichen Umsatze von 495 000 Rub. (s. d.) in Bessarabien. Bielgrad der slaw. Name für Akjermän Bielgrad (Weißenburg) oder Bolgrad Flecken in dem Nieder-Budjaker on Jemalt un Bessarabiens, 45 EKm im NNW. von Ismail und 135 km im WSW. von Akjerman, links an der Einmündung des Jalpuch in die Nordspitze des langgestreckten, bis an die Donau reichenden Ter sees gelegen. Der Ort, der in neuerer Zeit durch die Grenzverhandlungen nach dem Orientkriege besonders bekannt geworden, war früher der Hauptverwaltungssitz der bulgar. Kolonien in Bessarabien. Derselbe zählt 10 200 E., hat eine schöne Kathedrale, eine Knaben⸗ und eine Mädchenschule, 5 der Kommune gehörige und 13 Privatgetreidemaazine und einige Lichtziehereien, Seifensiedereien, Ziegeleien, Töpfereien u. s. w. Bielinskij (Wissarion Grigorjewitsch), russ. Schriftsteller, geb. 1810, studierte zu Moskau, wo er mit der Philof ophie Schellings und Hegels bekannt wurde, nahm von 1834 —36 thätigen Anteil an dem »⸗Moskauer Teleskopo und gab seit 1838 den »Moskauer Beobachterv heraus, der aber schon im folgenden Jahre eingehen mußte. B. siedelte 1840 nach Petersburg über, wo er das kritische Fach bei den neugegründeten „Vaterländischen Memoireno übernahm, die unter seinen Auspicien das gelesenste Journal in Rußland wurden. Mit ebenso roßer Kühnheit als Geschicklichkeit suchte B. für die Verbreitung liberaler Prinzipien in seinem Vaterlande zu wirken, indem er einen unerbittlichen Krieg gegen polit. und soziale Übelstände führte, selbstverständlich nur mit Hilfe der weoretischen und idealistischen Kritik. Unter seinem Einfluß erschienen die ersten Werke von Herzen, Turgenjew, Grigorowitsch, Dostojewskij u. a. Seit 1847 setzte B. seine Thätigkeit beim Sowremennilco fort, bis die Ereignisse von 1848 verschärfte Maßregeln gegen die Presse hervorriefen. Noch im Anfang dieser Krise starb B. in Petersburg 7. Juni 1848. Eine Gesamtausgabe seiner Schriften erschien 1859—62 — Moskau in 12 Bänden. Als russ. Stilist wird von Herzen übertroffen; als Kritiker ist sein Urteil nicht immer richtig, da er sich zu sehr von sublektiven Stimmungen und Antipathien leiten ließ, den litterarischen Zweck stets dem politischen unterordnete und einer soliden Bildungsgrundlage entbehrte, im ganzen aber war sein Einfluß auf die innere Entwickelung der russ. Litteratur sehr umangreich und wohlthuend. Vgl. Swijashskij, B., iographitscheskij otscherko (Petersb. 1860); Pypin, B., jego Eizn' i perepiskas (4B.s Leben und Briefwechselo, 2 Bde., Petersb. 1876). Bielo Bie in slaw. geogr. Namen, s. Bjel. Bjelo Osero, d. h. Weißer See, im europ.⸗russ. Gouvernement Nowgorod mit einem Flächenraum von 1125 akm. In den See, der ein Glied des Mariinskischen Kanalsystems bildet, ergießt sich die Kowscha, aus ihm strömt die Scheksna. Um die Untiefen zu umgehen, die sich bei der Mündung der Scheksna gebildet haben, ist an der südöstl. Seite Sees der Bjeloserskische Kanal 0 Dsero⸗ der eine Länge von 70 km hat. Der Bjelo Osero zeichnet sich durch seinen Reichtum an Fischen aus. jelopaschzi, d. h. Weißpflüger, wurden früher in Rußland die Bauern genannt, welche kraft besonderer kaiserl. Ukase von der Entrichtung der Ababen befreit waren. Im speziellen Sinne heißen . die Bewohner des Dorfes Kor obo w letwa 600) im europ.⸗russ. Gouvernement Kostroma, die von Iwan Susanin abstammen, der 1613 mit Auf-Mchael des eigenen Lebens das Leben des Zaren ichael Romanow rettete und dessen Nachkommen abgabefrei wurden. Bielopolje, Stadt im Sumskischen Kreise des europ.⸗russ. Gouvernements Charkow an den Flüßchen Wiära und Krüga, wurde 1672 gegründet, hat sechs Kirchen, vier Talgschmelzen, eine Kerzenfabrik, eine Wachsbleicherei, vier Jahrmärkte und 12338 C. Bielopolje, Flecken im Berditschewschen Kreise des europ.⸗russ. Gouvernements Kiew an dem lüßchen Gulwa, hat eine griech. und eine kath. irche, eine Synagoge, eine jüd. Gebetschule, 3496 E. und 12 Jahrmärkte. B. ist Eigentum des Grafen Tyschkewitsch und erhielt 1781 Privilegien vom poln. Könige Stanislaus August. Vielosersk, Kreis⸗ und Hafenstadt im europ.⸗ russ. Gouvernement Nowgorod am südl. Ufer des Bielo Osero und am Bieloserskischen Kanal, seit 1776 Kreisstadt des Gouvernements Nowgorod, 0 24 Warenmagazine und 4754 E., die Schiffahrt und Fischerei treiben. Die —„5 beschäftigen sich mit Spitzenklöppeln. In dem Hafen, der sich unweit der Stadt am Bfjeloserskischen Kanal befindet, werden jährlich Waren für 167000 Rub. verladen, für 2091000 Rub. umgeladen und für 206 000 Rub. ausgeladen. Etwa 19 km von B. entfernt lag im 9. Jahrh. das alte Bjelosersk (Bielosero), in welchem der Bruder Ruriks, Sineus, seinen Wohnsitz aufschlug. B. war 1237 Residenz des Bieloserskischen Teilfur tentums. Bjelostok, s. Bialystok. Bielowjescher oder Bialowiczer Heide (russ. Bielowjeshskaja Puschtscha) oder Kronwald von Bjelowjesch, wohl der einzige noch unverletzte Urwald Europas, im Kreise Pruschany des russ. Gouvernements Grodno in Litauen, nach dem etwa in seiner Mitte, 112 kKmim Süden von Grodno und 37 km östl. von Bjelsk, an der Narewka gelegenen Dorfe Bialowicz oder Bielowjesch benannt, bedeckt eine hügelige Plateaufläche von 2200 qkm Inhalt auf der Hauptwasserscheide des Ostsee⸗ und Pontusgebietes und enthält namentlich im Norden viele Sümpfe, aus welchen zahlreiche Flußarme zum Njemen, Narew, Bug und Pripjet abfließen, zwischen welchen Wasserverbindungen stattfinden. Der der Krone gehörende Teil des Waldes umfaßt über 1200 àkm. Etwa zwei Drittel des Waldes bildet die Kiefer, ein Funstel die Rottanne, ein ½ die Eiche, ein Zehntel die Birke mit andern Bäumen. Dazwischen liegen Wiesengründe, Sumpfstrecken, Rohrdickichte. Der Kronanteil enthält 958 akm wirklichen Wald, 176 gkm Nutzungen verschiedener Art, 88 qkem wüstes Land. Auf die nicht zur Forstverwaltung ars elbst; Krongüter kommen 60 dkm. Der Kronforst selbst zerfällt gegenwärtig in fünf Förstereien, wozu 36 Dörfer und 12 Forsthäuser gehören. Das Junere der Waldwildnis bewohnen Clentiere, Bären, Wölfe, Luchse und Eber, namentlich aber der in Europa nur noch hier vorkommende Auerochs (s. d.). Im 14. und zu Anfan des 15. Jahrh. hielten die poln. Könige Jagello un Wittold in diesem Walde ihre Jagden, an welche noch der königl. Tiergarten und ein Obelisk mit Inschrift im Dorfe Bjelowjesch erinnern. Zu Ende des 16. Jahrh. wurde hier ein königl. Jagdschloß, Biala-Vieza, d. h. der weiße Turm, erbaut und von dieser Hel fuhrt der Wald den Namen des Waldes von jelowjesch (poln. Bialawensha). Seit der russ. Herrschaft, unter welcher zur Erhaltung des Waldes und der Auerochsen ein besonderes Verwaltungs-Wefell begründet wurde, können Jagden ohne kaiserl. efehl nicht stattfinden. Die Zahl dieser Tiere, deren Aussterben bevorzustehen schien, hat sich darum auch in neuester Zeit wieder sehr vermehrt. Vgl. Brincken, Mémoire descriptive sur la forét impériale de B.v (Warsch. 1826); Eichwald, Naturhistor. Skizzen von Litauen » (Wilna 1830).