Bureaukratie, d. h. Schreibstubenherrschaft, Herrschaft vom grünen Tisch aus. Der aufgeklärte Absolutismus stellte den Grundsatz auf: AAlles für, nichts durch das Volko, und glaubte dem Interesse des Staats und seiner Bürger am besten dadurch zu dienen, daß er die Besorgung aller 1 und Rorporgs des Staats selbst, der Gemeinden und Korporationen, sogar der Einzelnen von sich aus zu bewirken oder mindestens zu regeln suchte. Dieser Meinung zufolge waren nur die Staatsregierung und ben Beamten im Stande, alle Verhältnisse zu übersehen sowie alle Interessen zu berücksichtigen und auszugleichen. Es entwickelte sich so der Beamtendünkel gegenüber dem ebeschränkten Unterthanenverstandev, die überall hervortretende Einmischung in alle staatlichen, sozialen, gewerblichen und andern Verhältnisse, die allgemeine Bevormundung der Staatsbürger und die Bildung einer über diesen stehenden Beamtenkaste, deren Glieder sich fest aneinanderren strebten und unter Umständen auch nach oben hin Opposition machten. Ein solche Beamtenherrschaft, die man mit dem Namen B. belegt, ist namentlich von zwei Seiten aus bekämpft worden: von seiten der Adelsaristokratie, welche nach und nach aus ihrer bevorzugten Stellung verdrängt zu werden fürchtete, und von seiten des Liberalismus, der durch sie die Pen eit und Selbstverwaltung der Bürger untergraben fah. Ein Hauptgebrechen aller B. it, daß sie die korrekte Form der Geschäftsbehandlung über die 89 lich zweckmäßige Behandlung siellt und so dem Hehne das Wesen opfert. Obwohl die B. auch gegenwärtig noch nicht völlig beseitigt ist, * sie doch durch die allgemeinere Leilnahme der Bürger an den öffentlichen Angelegenheiten, die fortschreitende Ausdehnung der Selbstverwaltung und des Dert⸗ durch die Herstellung und Ausbildung des Verfassungsstaats in ihren Grundfesten erschüttert worden. oder Malji Chingan, d. h. kleiner Chingan, auf den chines. Karten Dousse-Alin, ein großes, nur wenig bekanntes Gebirge im Amurgebiet, die Wasserscheide für die Stromgebiete des Tugur und des Amgunj einerseits und der Selimdscha und der Bureja andererseits. Der Gebirgsrücken erstreckt sich vom 54.“ bis zum 48. nördl. Br. längs dem Amur in einer Länge von 562 km. Die Gipfel der einzelnen Berge übersteigen nicht die Höhe von 1500 meund sind ganz kahl, wogegen die Abhänge des Gebirges mit reichen Waldungen bedeckt sind. Die östliche, dem Ocean zugekehrte Seite des Bureinskischen Gebirges ist bei weitem steiler als die kontinentale. Middendorf ist der einzige europ. Reisende, der bisher das Gebirge überstieg. Der südliche und am meisten bekannte Teil des Gebirges wird in einer Länge von 180 km vom Amur durchströmt. Auf der linken Seite des Stromes stehen zwei zum Bureinskischen Gebirge gehörige Berggruppen, die bei den Tungusen unter dem Namen Lagar-Aul und Murgil bekannt sind.