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ReligionBrockhaus 1882

Celsus, einflußreicher eklektischer Philosoph, der die Grundsätze des Epikur mit der platonifchen Philosophie zu verbinden suchte, dee nach 150 n. Chr. in seinem »Sermo veruso die erste durchgreifende Polemik gegen das Christentum, von welcher in der Gegenschrift des Origenes Contra Celsumv (8 . N ziemlich bedeutende Fragmente erhalten sind. Mit Witz und Schärfe greift er das Christentum an wegen seiner Unwissenschaftlichkeit, blinden Gläubigkeit und doch innern Parteizerrissenheit, wegen seiner anthropomorphistischen Sinnlichkeit und do nUbewuhremns Schwärmerei, wegen seines Schuldbewußtseins und doch übermächtigen Hochmuts, wegen seines Gott aufgedrungenen Zweckbegriffs für die Welt und des dennoch sofort hinzutretenden, die Gotteswelt als unvollkommen bezeichnenden Erlösungsbegriffs. Das Böse ist ihm, als aus der Hyle (. d.) entsprungen, ewig und notwendig, die Sünde nie völlig, am wenigsten —— Stellvertretung zu tilen. Dem christl. Dogma der Erlösung stellt er die Ne der ewigen Weltordnung, der Lehre von der leischwerdung Gottes die absolute Transscendenz desselben gegenüber. Die Gegenschrift des Origenes wurde 1481 in lat. Übersetzung von Christophorus Persona zu Rom, griechis ch zuerst von Dav. •9. (Augsb. 1605), vollständig von C. und C. V. Delarue (Par. 1733—59), zuletzt von C. H. C. Lommatzsch (Berl. 1831—47) herausgegeben. Vgl. Philippi, «De Celsi adversarii Christianorum philosophandi genere (Berl. 1836); Keim,

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 107Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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