Damas, eins der ältesten und berühmtesten Geschlechter Frankreichs, schon im 13. und 14. Jahrh. durch Besitz und Stellung ausgezeichnet, teilte sich seit Ende des 16. Jahrh. in die noch bestehenden Linien D. und D.⸗Crux. — Charles, Graf, dann Herzog von D., geb. 28. Okt. 1758, nahm als Adjutant des Grafen von Rochambeau an dem nordamerik. Kriege teil. Nach seiner Rückkehr Befehlshaber eines Dragonerregiments, erhielt er 1791 vom Marquis von Bouillé den Auftrag, mit diesem Regiment die beabsichtigte Flucht Ludwigs XVI. zu decken, was seine Verhaftung zu Varennes zur Folge hatte. Durch die Amnestie befreit, verließ er Frankreich und machte die Feldzüge von 1792 und 1793 in der Armee der Prinzen mit. Im J. 1795 wollte er sich der royalistischen Oder dition nach Quiberon (s. d.) anschließen, litt aber Schiffbruch und wurde gefangen. Wieder in Freiheit gesetzt, schloß er sich dem Condeschen Korps an und lebte später, als das Emigrantengesetz gemildert ward, in Paris. Nach der Restauration wurde er Pair von Frankreich und Generallieutenant, dann Kommandant der 18. Militärdivision. Nachdem er 30. Mai 1825 den Herzogstitel erhalten, starb er ohne Erben 5. März 1829. Roger, Graf von D., des vorigen Bruder, geb. 1765, wurde im Alter von 12 J. als Lieutenant im Königsregiment eingeschrieben, ging aber dann nach Rußland und erhielt dort durch den Prinzen von Ligne Anstellung. Er zeichnete sich im Türkenkriege durch Wegnahme eines Admiralschiffs, ferner beim Sturme auf Oczakow und Jsmail aus und wurde zum Obersten befördert. D. kehrte 1791 zurück, schloß sich den franz. Prinzen in Koblenz an, begleitete lange den Grafen von Artois und nahm hierauf in der Armee Condés, der ihm von 1795 an den Befehl über die Legion Mirabeau anvertraute, an allen Feldzügen gegen die Republik teil. Als der Krieg zwischen Frankreich und Neapel ausbrach, führte er unter dem General Mack eine neapolit. Division, die einzige, welche einen geordneten Rückzug bewerkstelligte. Im J. 1801 führte er ein neapolit. Korps im Kirchenstaate, trat 1805 in neapolit. Dienst und kämpfte 1806 mit Auszeichnung in Calabrien. Er ging später nach Wien und 1814 nach Paris zurück, wo ihn Ludwig XVIII. zum Generallieutenant und Gouverneur von Lyon und 26. Dez. 1815 zum Pair und Herzog erhob. Nach der zweiten Restauration wurde er 1815 in die Deputiertenkammer gewählt. Als Befehlshaber der 19. Militärdivision zeigte er bei den Unruhen zu Grenoble royalistischen Eifer, war aber seiner Partei noch immer nicht fanatisch genug, weshalb er Canuel Platz machen mußte. Er starb 18. Sept. 1823. Die herzogl. Linie erlosch 29. Mai 1846. Ange Hyacinthe Maxence, Baron von D., geb. 30. Sept. 1785 zu Paris, folgte in der Revolution seiner Familie nach Deutschland, dann nach Rußland, wo er militärisch erzogen wurde. Seit 1805 machte er als Offizier der russ. Armee alle Feldzüge gegen die Franzosen in Deutschland, Rußland und Frankreich mit und erwarb sich die Gunst des Kaisers Alexander. Nach der Restauration der Bourbons trat er in die franz. Armee, wurde Mareächal-⸗de-Camp, 1815 Generallieutenant und Kommandant der 8. Militärdivision in Marseille. Er befehligte 1823 eine Division im span. Feldzuge, worauf er 1824 die Leitung des Kriegsministeriums übernahm. Da er aber den ungerechten Maßregeln gegen die alten Offiziere des Kaiserreichs widerstrebte, übertrug ihm Villele im Okt. 1824 das Departement des Auswärtigen, das er bis zum 4. Jan. 1828 behielt. Später ward D. zum Gouverneur des Herzogs von Bordeaux ernannt, dem er 1830 in die wach Sraan folgte. Einige Jahre darauf kehrte D. nach Frankreich zurück, wo er auf dem Lande den Wissenschaften lebte und 6. Mai 1862 starb.