Eon de Beaumont (Charles Genevieve Louis Auguste André Thimothee d'), bekannt als Chevalier d'Con, eine der seltsamsten Persönlichkeiten des 18. Jahrh., war geb. zu Tonnerre in Bourgogne 5. Okt. 1728, studierte die Rechte, wurde Advokat und machte sich durch einige polit. Schriften dem Prinzen von Conti bekannt, auf dessen Empfehlung er von Ludwig XV. eine Mission an den russ. Hof erhielt. Hier gewann er die Gunst der Kaiserin Elisabeth, leitete fünf Jahre den geheimen Briefwechsel derselben mit Ludwig XV., brachte es auch zu einem Bündnis zwischen Rußland und Frankreich, wurde dafür zum Gesandtschaftssekretär in Petersburg ernannt und wirkte dann mit zum Sturze des russ. Kanzlers Bestuschew und zur Er-Rachrd des Grafen Woronzow an dessen Stelle. ach der Rückkehr nach Frankreich 1758 betrat er kurze Zeit nicht ohne Auszeichnung die kriegerische Laufbahn und folgte dann dem Herzoge von Nivernois als Gesandtschaftssekretär nach London. Hier spielte er als geheimer Agent dieselbe Rolle wie in Petersburg und führte einen geheimen Briefwechsel mit Ludwig XV. Als der Herzog nach Frankreich zurückging, blieb er als Resident in London und wurde später zum bevollmächtigten Minister ernannt. Durch eine Hofintrigue gestürzt, von dem Könige mit scheinbarer Ungnade entlassen, führte er doch fortwährend die geheimen Korrespondenzen desselben. Nach Ludwigs XV. Tode wurde er zurückgerufen, weil man fürchtete, er könne die in seinen Händen befindlichen Geheimnisse an das engl. Kabinett verraten, das ihm glänzende Anerbietungen machte. Auf Befehl Ludwigs XV. hatte er durch Anlegung weiblicher Kleider sein Geschlecht weifelhaft machen müssen; den Skandal, den dieser Umsiand fortwährend in London erregte, nahm man zum Vorwande, um seine Zurückberufung zu beschönigen. Einer Einladung des Ministers Vergennes zufolge mußte er 1777 zu Versailles erscheinen, wo er sehr günstig aufgenommen wurde, aber von Ludwig XVI. von neuem den Befehl erhielt, sich auch künftig weiblicher Kleider zu bedienen. Die Unannehmlichkeiten, die ihm die Erfüllung dieser Weisung brachte, bewogen ihn, auf eine Einladung des Barons von Breteuil 1783 wieder nach London u gehen. Nach dem Ausbruche der Französischen levolution eilte er in sein Vaterland zurück und bot demselben seine Dienste an. Damit abgewiesen, mußte er wieder nach London wandern, wurde aber dennoch auf die Emigrantenliste gesetzt. Er starb in dürftiger Lage zu London 21. Mai 1810. Sein männliches Geschlecht ward durch gerichtlichen Befund außer Zweifel gesetzt. E.s Werke erschienen unter dem Titel Loisirs du Chevalier d'E. (13 Bde., Amsterd. 1775). Die von Gaillardet herausegebenen Mémoireso (2 Bde., Par. 1836), die anen Namen tragen, sind unecht.