FeedErythrin
NaturlehreBrockhaus 1882

Erythrin ist die Bezeichnung für sehr dene Substanzen, nämlich: 1) Erythrin oder Kobaltblüte, ein Mineral, im wesentlichen aus gewässertem arsensauren Kobalt Lenther 2) Erythrin von Kane, Orsellinsäureäther; 3) Erythrin oder Erythrinsäure, zweifach Orsellinsäure⸗‚F Erythritäther, kommt in verschiedenen Flechten, Roccella tinctoria, R. fuciformis vor; 4) Monahut eine Athylverbindung des Cosins oder Monäthyltetrabromfluorescein. Erythrina, eine exotische Pflanzengattung der Familie der Schmetterlingsblütler. Sie umfaßt braun⸗ und strauchartige, oft bedornte Gewächse mit bohnenartigen, dreizähligen Blättern, großen Trauben lederartig-derber, rosen⸗, scharlach⸗, ponceau⸗ oder braunroter Blumen und langen, knotigen, vielsamigen Hülsen. Die Blumen haben einen glockenförmigen, abgestutzten, fünfzähnigen oder zweilippigen Kelch und eine sehr lange, schmale Fahne, welche die kurzen Flügel und das Schiffchen einschließt. Alle ihre Arten sind Prachtgewächse ersten Ranges und werden in Deutschland in der Orangerie oder in wärmern Gewächshäusern, je nach der Art, überwintert und im Juni zur Dekoration des Gartenrasens verwendet, wo sie durch ihr edles Ansehen, im Spätsommer durch ihre reiche Blüte das Auge ergötzen. Die bekannteste und in den Gärten häufigste Art ist E. Crista galli und E. laurifolia, welche nur als eine Form der erstern zu betrachten und ihr sehr ähnlich ist. In kleinen Pflanzen in Töpfen gehalten, können sie zur Ausstattung der Wohnräume dienen. Man gibt ihnen ein kräftiges Erdreich mit vielem Sand, zur Zeit des vollen Wachstums reichliches Wasser, im Winter dagegen, wo man ihnen einen trockenen, temperierten Standort anweist, also während der Ruhezeit reicht man ihnen gar keins. Vollkommene Vegetationsruhe ist die Hauptbedingung einer reichen Flora. Im März verpflanzt man die E. mit nackten Wurzeln und stellt sie so lange warm, bis die jungen Triebe mindestens 20 em lang geworden, gewöhnt sie nach und nach an die Luft und kann sie im Juni ins Freie stellen. Exemplare, welche im freien Lande gestanden haben, werden im Herbst, nachdem man sie an den Asten zerschnitten, mit ihren Wurzeln in Sand ein-Mabtan und bei 46 bis 8 R. überwintert und im März in Töpfe gepflanzt hat, wie die Topfexemplare warm gehalten und endlich, nachdem sie durch reichliches Luftgeben abgehärtet worden, wieder ins Land —11 wo ihnen eine möglichst warme Lage angewiesen werden muß. Ein aus der Kreuzung zwischen E. Crista galli und E. herbacea entstandener Blendling, Marie Bellanger, ist wegen seines niedrigen Wuchses und seiner reichen Trar von zinnoberroten Blumen in 60 em langen Trauben zur Kultur zu empfehlen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 331Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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