Eudisten oder Euditen heißen die Mitglieder der religiösen Genossenschaft der Gesellschaft von Jesus und Maria. Ihr Stifter, Joh. Eudes, geb. 1601 zu Ry bei Argentan in der Normandie, studierte bei den Jesuiten zu Caen, trat 1623 zu Paris in den Orden der Oratorianer, schied aber später wieder aus und begründete eine eigene Kongregation, deren Mitglieder junge Geistliche zu Missionaren ausbildeten, und starb 1680. Die Kongregation war nie sehr zahlreich; in der Revolution ging sie ein, ward 1826 wiederhergestellt, konnte es aber nicht zu großer Blüte bringen und wurde 1880 aus Frankreich ausgewiesen. Sie hat ein Kollegium im nordamerikanischen Staate Indiana.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 412Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei