Faustus von Regii, namhafter Vertreter des Semipelagianismus (s. d.), geb. um 400 in Britannien, wirkte zunächst als Sachwalter und trat erst später als Mönch ins Kloster Lerinum, dessen Abt er 434 wurde. Im J. 462 zum Bischof von Regii (Riez) in der Provence erhoben, ward F. 481 wegen einer Schrift gegen die Arianer vom Westgotenkönig Eurich verbannt, aber nach dessen Tode 484 zurückberufen. Er starb 493, hoch geehrt wegen seiner gründlichen Gelehrsamkeit und seines unermüdlichen Eifers für Ausbreitung der kath. Kirche und für Besserung der klösterlichen Zucht. Deshalb ward er in Südfrankreich als Heiliger verehrt, obgleich Papst Hormisdas 520 erklärte, die Kirche könne ihn nicht unter die Väter des kath. Glaubens rechnen. Dies hat seinen Grund darin, daß er auf der Synode zu Arles 475 die Verwerfung der Augustinischen Lehre von der absoluten Prädestination und der völligen Unfreiheit des menschlichen Willens durchsetzte und gegen deren Vertreter, den Presbyter Lucidus, eine Schrift richtete: De gratia Dei et humanae mentis libero arbitrio.o Obgleich der Semipelagianismus auf der Synode zu Orange 529 verworfen wurde, entging doch F. der persönlichen Verdammung. In der Schrift: »De creaturis, quod illis incorporei nihil insito, behauptet F. die Körperlichkeit der Seelen und der Engel. Außerdem gibt es von ihm eine Schrift: De spiritu sanctov, Briefe und Reden.