Feilitzsch (Max, Freiherr von), königl. bayr. Kämmerer, Staatsrat und Staatsminister des Innern, geb. 12. Aug. 1834 in Trogen, einer bei Hof gelegenen Besitzung seiner zum altfränk. Ritteradel zählenden Familie, trat nach vollendetem Universitätsstudium in den bayr. Staatsdienst, in welchem sich ihm eine rasche Laufbahn zu hohen Stellen erschloß. Schon als Accessist als Hilfsarbeiter im Handelsministerium verwendet, wurde er Ende 1862 Bezirksamtsassessor in Neustadt a. d. Saale, 1865 Sekretär im Ministerium des Innern, 1867 Regierungsrat und 1872 Oberregierungsrat in diesem Ministerium, 1873 Direktor der Polizeidirektion München, in dieser Eigenschaft 1876 Reierungsdirektor und 1877 3 Oberharerart 1879 Präsident der Regierung von Oberbayern, und im Juni 1881 Minister des Innern. In den Feldzügen der J. 1866, 1870 und 1871 war er als Civilkommissar der bayr. Kriegstruppen thätig. Als Minister trat F. an die Stelle Pfeufers, den die klerikale Mehrheit der Kammern seines ausgeprägten Liberalismus, namentlich auf sozialpolit. Gebiete, wegen heftig bekämpft hatte. F., der früher kurze Zeit im Kabinett des Königs selbst verwendet war, bot gerade auf dem letzterwähnten Gebiete zu einigen Zugeständnissen die Hand, die, wie Hebung des Sparkassenwesens, größere Sparsamkeit im Gemeindehaushalte, Bekämpfung des Konkubinats, ½—½ der Schankwirtschaften u. s. w., allseitige Anerkennung fanden; zu einer grundsätzlichen Anderung in illiberalem Sinne war er jedoch nicht zu bestimmen.