FeedFelsit
NaturlehreBrockhaus 1882

Felsit ist der zuerst von Gerhard 1814 vorgeschlagene Name für diejenige Substanz, welche die Grundmasse der Felsitporphyre und Quarzporphyre bildet und die ausgeschiedenen größern Krystalle enthält; sie erweist sich dem bloßen Auge gegenüber als vollkommen homogen und splitterighornsteinähnlich, dabei so hart, daß sie am Stahl starke Funken sprüht, bald etwas matter und von unebenem Bruch, dabei etwas minder homogen. (über die mikroskopische Zusammensetzung und Struktur dieser felsitischen Grundmasse, an welcher sich meistens im feinsten Gemenge Feldspat und Quarz beteiligt s. Quarzporphyr.) Rötliche, bräunliche und grünliche Farbentöne sind die häufigsten. Der F. schmilzt trotz seines Kieselsäurereichtums und seines Gehalts an mikroskopischem Quarz vor dem Lötrohr wie der Feldspat allein; wegen dieser Schmelzbarkeit haben franz. Mineralogen für ihn den Namen Eurit aufgestellt. Die Felsitmasse wird auch für sich allein, ohne ausgeschiedene Krystalle, als Gestein gefunden (Felsitfels genannt), welches meist in enger geolog. Beziehung zu dem Quarzporphyr steht, z. B. das Salband mächtiger Gänge desselben, oder die peripherischen Teile seiner größern Eruptionsmassivs bildend.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 668Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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