Ferdinand VII., König von Spanien, geb. 14. Okt. 1784, ein Sohn König Karls IV. und der Prinzessin Marie Luise von Parma, erhielt durch den Herzog von Alcudia (s. d.), gegen den der Prinz schon früh eine sehr begründete Abneigung verriet, eine ungenügende Erziehung und wurde 1801 mit Antoinette Therese, der Tochter des nachmaligen Königs beider Sicilien, Ferdinands I., vermählt, die jedoch schon 21. Mai 1806 starb. Vornehmlich in der Absicht, ihren Haß gegen den Herzog von Alcudia zu befriedigen, scharten sich von jetzt an mehrere Große, an deren Spitze der — — von Infantado, um F., welcher in einem Schreiben vom 11. Okt. 1807 an Napoleon I. den Wunsch zu erkennen gab, sich mit der ältesten Tochter Lucian Bonapartes zu vermählen. Da sich der Herzog von Alendia der Papiere F.s bemächtigte, wurde der Prinz 28. Okt. im Es⸗ ö corial verhaftet und durch eine königl. Kundmachung für einen Verräter erklärt. Doch die Erbitterung l des Volks gegen Alcudia führte 18. März 1808 die Revolution von Aranjuez herbei, wonach der König (am 19. der Krone entsagte, nun auf F. überoon 600000 Frs. und das Schloß am A x einsetzung an, und auf Grund des ertrags vom 11. Dez., durch welchen F. Spaniens 2 von der Sache Europas trennte, den jedoch die Tochter des Königs beider Sicilien, Franz' I., die ihm zwei Töchter, die n Marie ur Königin Isabella II. und die Infantin Mari des Herzogs von Montpensier, gebar. Durch den Einfluß Marie Christinens wurde F. bewogen, die von den Cortes 1822 in Antrag gebrachte Aufhebung des Salischen Gesetzes 29. Marz 1830 durch eine sog. Pragmatik, welche die alte castil. kognatische Erbfolge wiederherstellte, zu verwirklichen. len, bald von der reaktionären Partei bedroht, ein Spiel der Camarilla und der Intriguen am Hofe, übertrug der König, als er im Okt. 1832 schwer erkrankte, seiner Gemahlin die Leitung der Staatseschäfte bis zu seiner Genesung, worauf ein frei-Iunigeres System an die Stelle des bisherigen trat. Der für die karlistische Partei wirkende inister Calomarde, welcher den fast bewußtlosen König ein Dekret, das die Pragmatische Sanktion von 1830 aufhob, — unterzeichnen lassen, mußte flüchtig werden. Als F. genesen, erklärte er selbst vor einer von der Königin berufenen Versammlung aller Minister und Granden 31. Dez. das Dekret fur er-Beanerm und übernahm 4. hen 1833 wieder die gierung. F. starb indes schon 29. Sept. 1833. S. Spanien.) Ihm folgte seine minderjährige ochter Isabella II. (s. d.). gonien. Als Enkel des Königs Peter IV. von dessen mit König Johann I. von Castilien vermählter Tochter Eleonore, wurde F. von den aragon. Ständen, welche nach dem Aussterben des annsstammes der alten Grafen von Barcelona im J. 1409 allein das Reich regiert hatten, 1412 zum König erwählt, hatte aber fortwährend mit seinem Mitbewerber um die Krone, dem Grafen Jayme (Jakob) von Urgel Sproß einer jüngern Linie, zu kämpfen und star schon 1416. Sein Sohn Alfons V. (s. d.) behauptete sich jedoch auf dem Throne und erwarb noch Neapel hinzu, das er 1458 seinem natürlichen Sohne Ferdinand I. (s. d.) von Neapel hinterließ.