FeedMaria Luise
GeschichteBrockhaus 1882

Maria Luise, die Gemahlin König Karls IV. von Spanien, geb. 9. Dez. 1751, des Herzogs Philipp von Parma Tochter, wurde 1765 mit dem Infanten Don Carlos vermählt. Nachdem Karl1V. seinem Vater gefolgt war, regierte sie gemeinschaftlich mit dem Herzog von Alcudia (s. d.) Spanien unumschränkt, und zugleich gingen beide darauf aus, den Kronprinzen Ferdinand bei dem alternden Könige zu verdächtigen. Aus diesen Kabalen entspann sich der Prozeß vom Escurial vom 29. Ott. 1807. (S. Spanien.) Als hierauf infolge der Revolution Ferdinand VII. (s. d.) den Thron seines Vaters einnahm und entschlossen schien, die Aufführung seiner Mutter einer strengen Untersuchung zu unterziehen, trat diese in Bayonne vor Napoleon I. als Anklägerin ihres Sohnes auf, jedoch ohne Erfolg. Sie wurde nach Compiégne gebracht, lebte dann in Marseille und in Nizza und ging endlich nach Rom, wo sie 2. Iran 1819 starb.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 451Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6