Fieschi (spr. Fiéski, Jos. Marco), bekannt durch sein Attentat auf Ludwig Philipp, geb. 3. Dez. 1790 auf Corsica, trat 1808 als Freiwilliger in ein Bataillon, das nach Neapel geschickt und der corsischen Legion einverleibt wurde, bei welcher er den russ. Feldzug mitmachte. Im J. 1813 kam er in den Dienst des Königs von Neapel, erhielt 1814 seinen Abschied, ging nach Corsica zurück und ließ sich daselbst bei den Truppen anwerben, welche der flüchtige König Joachim Murat nach Calabrien hinüberführte. Mit den überresten der geschlagenen Armee Murats zum Tode verurteilt, wurde F. als franz. Unterthan begnadigt und kehrte nach Corsica zurück, wo er 1815 wegen Diebstahls und Schriftverfälschung zu zehnjähriger Einsperrung verururteilt wurde. Nach seiner Entlassung ging er nach Paris, wo er ein sehr abenteuerliches Leben führte. In äußerster Not herumstreifend, verfiel er jetzt auf den Gedanken eines Attentats gegen den König und entwarf den Plan zu einer Höllenmaschine mit 22 Gewehrläufen, wobei er Morey, Pépin und Boireau, zwei Arbeiter und einen Krämer, mit ins Geheimnis zog. Am 28. Juli 1835, wo eine Reyue stattfand, setzte F. sein Vorhaben ins Werk. Als der König mit den Prinzen und an der Spitze des Generalstabes herangeritten kam, explodierte die Maschine. Der Marschall Mortier stürzte neben dem Könige tot vom Pferde. Der König war an der Stirn fast unmerklich gestreift und setzte die Revue fort; die Prinzen blieben ganz verschont. Von 21 stark Verwundeten blieben 11 auf der Stelle, 7 starben später. F., obschon durch das Springen mehrerer Gewehrläufe bedeutend im Gesicht verletzt, suchte sich am hintern Hause herab mittels eines Seiles zu retten, ward aber von einer dort aufgestellten Schildwache ergriffen. Bald nachher entdeckte man auch seine Mitverschworenen und brachte sie in Haft. Sechs Monate darauf vor den Pairshof gestellt, wurden F., Morey und Pépin zum Tode und Boireau zu 20jähriger Zuchthausstrafe verurteilt. Die Hinrichtung der drei erstern erfolgte 16. Febr. 1836. Vgl. Le procès de F.». (3 Bde., Par. 1836); „Der Neue Pitavalo (Bd. 15, Lpz. 1850).