FeedFischer (Joh. Martin)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Fischer (Joh. Martin), Bildhauer, geb. zu Bebele im Allgäu 1740, kam jung nach Wien, dem sein gesamtes Schaffen angehört. Schletterer empfing den begabten Jüngling in seiner Schule, durch welche F. zu achtenswerter Thätigkeit gelangte. Er gehört zu denjenigen österr. Bildhauern jener Zeit, welche dem Anstoß Rafael Donners folgend, sich von der ausgearteten Barocke der reinern Naturbeachtung und dem Studium der Antike zuwendeten, freilich, ohne sich die Frische Donners und dessen, den guten Seiten der Barocke entstammten Lieblichkeit zu bewahren. So haben auch F.s Werke den Charakter des Übergangs von dieser edeln und lebensvollen Richtung zu dem mehr akademisch-strengen der Folgezeit. Wie die Meister des 18. Jahrh. aus der wiener Schule, bediente er sich ebenfalls gern des weichen Metalls leiner Mischung von Blei und Zinn) zu seinen Arbeiten, welche Plätze, Kirchen und Gebäude der Residenz zahlreich schmücken, besonders Brunnenfiguren gelangen ihm wohl. Sein edelstes Werk ist der Moses auf dem Franziskanerbrunnen, ferner die Hygieia in der Alservorstadt, die heil. Margareta in der gleichnamigen Vorstadt, der Springbrunnen vor dem Schlosse in Schönbrunn, endlich dem ausgezeichnete anatom. Aktfigur in der Akaemie. Er starb als Professor dieser Anstalt zu Wien 27. April 1820. ischer (Joh. Nepomuk), namhafter Ophthalmolog, geb. 29. Mai 1777 zu Rumburg in Böhmen, war seit 1817 Direktor der Augenheilanstalt in Prag, seit 1830 ord. Professor der Augenheilkunde daselbst und starb 17. Okt. 1847 zu Prag. Sein Hauptwerk ist: «Klinischer Unterricht in der Augenheilkunde » (Prag 1832; 2. Aufl. mit dem Titel: „Lehrbuch der gesamten Entzündungen und organ. Krankheiten des menschlichen Augesb (Prag 1846).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 844Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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