Fladderminen oder Fougassen (frz.) sind Trichterminen, deren kürzeste Widerstandslinie 1,5 bis 3 m beträgt. Dieselben können gewöhnlich Zumpwez aber auch überladen sein, finden gegen ruppen und meist vor den ausspringenden Winkeln von Feldschanzen Anwendung und unterfcheiden sich von andern Minen vornehmlich durch ihre kürzere Widerstandslinie, ihre minder starke Ladung und durch ihre geringere Wirkungssphäre. Die Wirkung der F. ist mehr eine moralische; geringer ist der von ihnen angerichtete Schaden. Meist legt man mehrere F. gleichzeitig an, um so die Chancen des Gelingens zu erhöhen. (S. Mine.) laden, dünnes, flaches, rundes Gebäck mit einem Überzug von Ciern oder Honig, wird namentlich zu den Osterfeiertagen gebacken (Osterflade n). Fladeukrieg. s. Flarchheim. den Fürsten von Sachsen. Kurfürst Johann Friedrich hatte 1542 in Wurzen, über welches er gemeinsam mit Herzog Moritz die Pflege ausübte, eigenmächtig eine Türkensteuer ausgeschrieben, worüber es zur Fehde zu kommen drohte. Landgraf Philipp von Hessen und Dr. Martin Luther vermittelten jedoch die Beilegung des Streites, sodaß die bereits aufgebotene Mannschaft zu Ostern und zum Genusse der Osterfladen wieder zu Hause war. lader, soviel wie Maser. laderpapier, soviel wie Maserpapier. ö Unterfranken, Bezirksamt und Amtsgerichtsbezirk Mellrichstadt, am östl. Fuße der Hohen Rhön, in 403 m Höhe überm Meere, in rauher Gegend an der Laubach, unweit der rechts in die Fränkische Saale gehenden Streu, 18 Km im NW. von Mellrichstadt, Station der Linie Schweinfurt-Meiningen der Bayrischen Staatsbahnen, zählt 765 uberwiegend 591 C., hat eine kath. Pfarrkirche, Forellenfischerei, Holzwarenfabrikation und Flachshandel. Gia ellanten, Geißler, Geißelbrüder, auch Flegler oder Bengler hießen im 13. bis 15. Fahrh. Genossenschaften, welche in Italien, Deutschland und Frankreich umherzogen, um durch öffentliche Geißelungen Vergebung der Sünden zu erwerben. Als Nachahmung der Geißelung, welche Christus erlitt, kam die Geißelung als freiwilliges Bußwerk und als kirchliche Strafe schon früh in den Klöstern vor. Petrus Damiani empfahl sie als besonders verdienstlich. Die immer weiter um sich greifende Veräußerlichung des Katholizismus erklärt es, daß in Zeiten großer allgemeiner Unglücksfälle die Geißelung auch in weitern Kreisen angewandt ward, um den Zorn Gottes zu besänftigen. Schon Antonius von Padua soll derartige Geißlerfahrten veranlaßt haben, indem seine Predigten viele bewogen, in Scharen umherzuziehen, singend und sich geißelnd. Als dann Italien von den Kämpfen der Guelfen und Ghibellinen beunruhigt wurde, forderte der Dominikanermönch Rainer 1260 die Einwohner von Perugia zur Geißelung auf. An allen Orten sammelten sich Männer und Frauen jedes Alters und Standes, Priester mit Kreuzen und Fahnen voran; mit entblößtem Oberkörper zogen sie umher und peitschten sich unter Bußgesängen bis aufs Blut. In großen Scharen zogen sie 1261 über die Alpen und fanden auch hier beim Volk viel Beifall. Aber die Geistlichkeit fürchtete die Mißachtung kirchlicher Ordnungen, die weltliche Obrigkeit nahm Anstoß an der öffentlichen schamlosen Entblößung, an dem ruhelosen Umherschwärmen und der förmlichen Erpressung von Almosen. Beide schritten dagegen ein und vermochten das Unwesen rasch zu unterdrücken. Als jedoch 1348 der Schwarze Tod verheerend durch Europa zog, zeigten sich in Italien und Deutschland wiederum F. Überall zogen sie in Scharen von mehrern Hunderten von Ort zu Ort in ben sich; Prozession, Bußlieder singend, und geißelten sich zweimal täglich bis aufs Blut. Nach der Geißelung pflegten sie einen Brief Christi zu verlesen, weichen ein Engel vom Himmel herunterebracht und auf den Altar St. Peters zu Jerusalem gelegt haben sollte, wonach Gott aus Zorn über die Sünden der Christenheit sein Strafgericht sandte und nur auf Fürbitte der Maria und der Engel sie mit völliger Vernichtung verschonte. Sie gaben sich jetzt eine eigene Organisation und nahmen durch Vermischung mit den Begharden (s. d.) immer mehr eine der Autorität des Klerus bedrohliche Haltung an. Die kirchlichen Verfolgungsmaßregeln machten bald ihren Umzügen ein Ende. In Thüringen hielten sie sich trotzdem bis ins 15. Jahrh. hinein. Verwandt, aber unabhängig von den deutschen Geißlern waren die in Frankreich, Italien und Spanien seit Ende des 14. Jahrh. entstandenen Büßergesellschaften. Die Kir-Raßregeln gcge zu Konstanz verordnete strenge Maßregeln gegen sie. Vgl. Förstemann, «Die christl. Geißlergesellschaftens (Halle 1828); Schneegans, „Die Geißler, namentlich die Geißelfahrt nach Straßburg 1349 5 (deutsch von Tischendorf, Lpz. 1840); Röhricht, in der Zeitschrift für Kirchengeschichtes (Jahrg. 1877). [Geißelung. Nagerter (lat.), geißeln; Flagellation, lageolet heißt ein in älterer Zeit sehr gebräuchliches flötenartiges Blasinstrument mit einem Schnabel, sechs Tonlöchern und einem Umfange von ungefähr zwei Oktaven. Man hat F. von fünf verschiedenen Größen, nämlich aus 6, d, es, f und a, um aus allen Tönen mit gleicher Leichtigkeit blasen zu können. Einige bildeten dieses Instrument mit Erfolg aus, und man schrieb selbst Konzerte mit vollem Orchester für dasselbe. — Bei dem Violinspiel werden die hellen, äußerst lieblichen Töne Flageolettöne (sons harmoniques, suoni armonichi, Flautini) genannt, welche man dadurch erzeugt, daß der Finger die Saite bei einem Schwingungsknoten nicht fest niederdrückt, sondern nur lose berührt. Durch dieses Verfahren entstehen ganz ungewöhnliche Schwingungen der Saiten, die viel höhere und ganz anders klingende Töne hervorbringen, als ihnen sonst eigen sind. So gibt 3. B. die Violine, wo auf g-Saite das eingestrichene e.gegriffen wird, das zweigestrichene g an, auf der Stelle hingegen, wo auf der d-Saite das eingestrichene a liegt, das zweigestrichene a. Paganini auf der Violine und Servais auf dem Violoncello haben zuerst das Flageoletspiel so ausgebildet, wie es bei den modernen Virtuosen zur Anwendung kommt.