FeedFleche-La Suze der Orleéansbahn
ErdkundeBrockhaus 1882

Fleche-La Suze der Orleéansbahn, welche hier nach Sable abzweigt, Sitz eines Tribunals erster Instanz, einer Ackerbaukammer und einer 1764 gegründeten Militärschule (Prytanée militaire). Dieselbe befindet sich in dem 1607 von Heinrich IV. begonnenen, von einem herrlichen Park umgebenen großen mit einer Bibliothek von 20000 Bänden nebst geschätzten Gemälden und 450 Eleven. Die Stadt besitzt in der St. Thomaskirche ein stattliches Gebäude, außerdem ein Theater, eine Wasserleitung, eine 1857 enthüllte Bronzestatue Heinrichs IV., ein Gefängnis, ein Hospiz und die Reste einer alten Burg. Sie zählt (1876) 7468 (als Gemeinde mit Ste.⸗Colombe auf dem linken Ufer 9405) C., welche Gemüse, Wein, Obst und Getreide bauen und Schlachtvieh ziehen, namentlich auch junge Hühner, das sog. Mansgeflügel. Außerdem wird Fabrikation in Papier, Leder, Kerzen, Ol, Brettern, Handschuhen, Strumpfwaren etc. und ein lebhafter Handel betrieben. Der Ort (zur Karolingerzeit Flechia im Pagus Andegavensis) hatte früher eigene Herren, gehörte im 14. Jahrh. dem Hause Alengon und fiel 1513 an das Haus Bourbon. Heinrich IV., dessen Lieblingsaufenthalt hier war, befestigte, vergrößerte und verschönerte denselben. Das Herz dieses Königs, sowie das der Maria von Medici, war in der Kapelle des Jesuitenkollegiums beigesetzt, wo es 1793 mit dieser verbrannt wurde. Aus dem lange Zeit berühmten Kollegium gingen Descartes, Prinz Eugen von Savoyen, der Jesuitenfeind Pasquier, der Astronom Picard und andere bedeutende Männer hervor. Im Vendeekriege hatte die Stadt viel zu leiden. Am 8. Dez. 1793 wurden bei F. die Royalisten von den Republikanern unter Westermann geschlagen. Vgl. Montzey, „Iistoire de la F. et de ses seigneurso (3 Bde.,

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 881Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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