Grimm (Hermann), Sohn des vorigen, namhafter Schriftsteller, geb. 6. Jan. 1828 zu Kassel, studierte 1846 49 zu Berlin und Bonn die Rechte, wandte sich aber in der Folge mehr philol. und histor. Studien zu. Als Schriftsteller trat er zuerst mit dem Drama «Armino (Lpz. 1851) vor die Offentlichkeit, welchem nach einiger Zeit die Dichtung „Traum und Erwachen» (Berl. 1854) und das Trauerspiel Demetriuso (Lpz. 1854) folgten. Seine „Novelleno (Berl. 1856; 2. Aufl. 1862) zeichnen sich durch Schönheit und maßvolle Eleganz der Form aus. In den «Essayso (Hannov. 1859) und den Neuen Essayso (Berl. 1865) veröffentlichte er eine Reihe geistvoller Studien über Personen und Gegenstände der Litteratur und Kunst. G.s Hauptwerk bildet jedoch das Leben Michel Angelos v (2 Bde., Hannov. 1860—63; 5. Aufl., 2 Bde., 1879), welches zu den vorzüglichsten kunstgeschichtlichen Leistungen der neuern Zeit gehört. In den Jahren 1865 und 1866 gab er die Zeitschrift Küber Künstler und Kunstwerkes zu Berlin heraus, wo er als Privatmann lebte. Von seinen fernern kunstwissenschaftlichen und belletristischen Arbeiten sind zu nennen: die Monographie «Das Reiterstandbild des Theo-Don öl Aacheno (Berl. 1869), Das Leben Rafaels von Vasari. Übersetzung und Kommentaro (Bd. 1, Berl. 1872), «„Zehn ausgewählte Essays zur Einführung in das Studium der modernen Kunsty (Berl. 1871; 2. Aufl., Berl. 1883), Fünfzehn Essaysv (Berl. 1874), Fünfzehn Essays. Neue Folgey (Berl. Goethe. Vorlesungenv (2 Bde., Berl. 1877; 3. Aufl., Berl. 1882), ferner der Roman «Unüberwindliche Mächter (3 Bde., Berl. 1867; 3. Aufl. 1869). Im J. 1873 wurde G. zum ord. Professor der Kunstgeschichte an der Universität zu Berlin ernannt. — G.s Gemahlin ist die dramatische Schriftstellerin Gisela von Arnim, eine Tochter Bettinas von Arnim (s. d.).