FeedGroßmann (Christian Gottlob Leberecht)
ReligionBrockhaus 1882

Großmann (Christian Gottlob Leberecht), verdienter Theolog, geb. 9. Nov. 1783 zu Prießnitz im Altenburgischen, wo sein Vater Pfarrer war, erhielt seine Vorbildung in Schulpforta und studierte seit 1802 Theologie zu Jena. Nachdem er den Einwohnern von Prießnitz, die in den grundlosen Verdacht gekommen, durchpassierende Franzosen ermordet zu haben, und deshalb sämtlich erschossen werden sollten, durch seine Unerschrockenheit das Leben gerettet, wurde er 1808 seinem Vater substituiert. Seit 1811 wirkte er als Pfarrer in Gröbitz bei Weißenfels, bis er 1822 als Diakonus und Professor nach Schulpforta übersiedelte. Im J. 1823 ging er als Generalsuperintendent und Hofprediger nach Altenburg, von wo er 1829 als Prediger an St. Thomä, Superintendent und Professor der Theologie nach Leipzig berufen ward. Hier stard er 29. Juni 1857. Seit 1833 war G. Mitglied der Ersten Kammer in der sächs. Ständeversammlung. Zur Gründung und zum Gedeihen der Gustav-Adolf-Stiftung hat er wesentlich beigetragen. In wissenschaftlicher Beziehung war G. einer der gründlichsten Kenner des Philo und der alexandrinischjüd. Philosophie, wie seine Huaestiones Philoneaes (2 Tle., Lpz. 1829) und die Werke De Judacorum disciplina arcanio (2 Tle., Lpz. 1833 —34) und „De philosophia Sadducaeorumo (3 Tle., Lpz. 1836—38) bekunden. Sonst ist noch die Schrift «(über die Reformation der prot. Kirchenverfassung⸗ (Lpz. 1833) zu nennen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 539Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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