Guevara de Duenas (Luis Velez de), span. dramatischer Dichter aus der Schule des Lope de Vega, geb. 1570 zu Ccija in Andalusien, gest. 10. Nov. 1644 in Madrid, lebte daselbst als Advokat, bis König Philipp IV., nachdem G. durch seinen auch bei den ernstesten Rechtsverhandlungen übersprudelnden Witz und sein Dichtertalent sich Ruf erworben, ihn veranlaßte, auch Komödien zu dichten. Seine Stücke, die sich auf mehr als 400 belaufen haben sollen, von denen aber nur wenige bekannt sind (Sammlung, Sevilla 1730, sechs Probestücke in der Biblioteca de autores espanolesv, Bd. 45), zeichnen sich durch treffliche Charakterzeichnung und Reichtum an echt komischen Zügen aus. Vgl. Schack, (Geschichte der dramatischen Kunsto (Bd. 2). Von hervorragendem Werte ist eine Bearbeitung der Geschichte der Ines de Castro, betitelt Reinar despues de moriry. Auch ließ der König, der selbst Dichter war, seine Komödien von G. verbessern und ernannte ihn zum königl. Thürhüter (ujier). G.s dichterischen Ruhm begründete vorzugsweise sein Diablo cojuelo. Verdades sohadas y novelas de la otra vidar, ein Roman, in welchem er Leben und Sitten seiner Landsleute treu und geistrei schildert und mit unnachahmlicher Satire geißelt (1. Ausg., Madr. 1641; von den vielen Wiederabdrücken ist einer der besten der von Ferrer besorgte, Par. 1828; der neueste der in der Biblioteca de autores espanholeso, Bd. 33, Madr. 1854). Lesage hat durch seine Bearbeitung Le diable boiteuxo (Par. 1707) dieses Werk und seinen Namen in ganz Europa berühmt gemacht; die Fortsetzung, die er dazu schrieb, erreicht aber bei weitem nicht das Werk des Spaniers. Viele von dessen Witzworten sind noch jetzt im Munde des span. Volks.