FeedGuittone
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Guittone dalrt 887 gewöhnlich Fra Guittone genannt, ital. Dichter des 13. Jahrh., geb. um 1230, stammte aus der adeligen Familie der Formenta bei Arezzo. In seiner Jugend führte er ein ungebundenes Leben, verheiratete sich dann, verließ aber nach einigen Jahren Frau und Kinder und trat in den Orden der Cavalieri Gaudenti, den er zu reformieren trachtete. Von da an beann er überall Buße zu predigen und gegen das erderben der Zeit zu eifern. In Florenz gründete er das Camaldulenserkloster Degli Angioli, starb aber vor dessen Vollendung 1294. G. dichtete viele Canzonen und Sonette, welche mehrmals, am vollständigsten und besten von Valeriani (Rime di Fra Gy., 2 Bde., Flor. 1828), herausgegeben wurden. Auch war er einer der ersten, der in ital. Prosa schrieb. Seine ital. geschriebenen Briefe gab Bottari (Lettere di Fra G.v, Rom 1745 heraus. Als Dichter stand er bei seinen Zeitgenossen in hoher Achtung, obwohl ihm das poetische Talent fast ganz abging. Seine 75 ist noch roh und unbeholfen; er war mehr Scholastiker als Dichter und brachte seine Gedanken und Betrachtungen, auch mehrere seiner Briefe, nur deshalb in Reime, weil die Richtung der Zeit dies verlangte. Nur insofern machte er Epoche, als ihm die Ausbildung des Sonetts zu verdanken ist. Vgl. Flori, Vita di Fra G. d'Arezzop (Rom 1745).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 612Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Literatur & Sprache 6