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GeschichteBrockhaus 1882

Günther, Graf von Schwarzburg, 1349 deutscher König, geb. 1304, hatte sich in der Verwaltung seines kleinen Landes tüchtig gezeigt und sowohl dem Kaiser Ludwig von Bayern als auch dem Erzbischof Heinrich von Mainz bedeutende Dienste geleistet, auch an dem sog. Thüringer Grafenkriege 1344 zugleich mit den Grafen von Weimar, Orlamünde u. s. w. gegen den Landgrafen Friedrich von Thüringen, wobei diese kleinen Herren ihre Unabhängigkeit erkämpften, mit Auszeichnung teilgenommen. Als hierauf, nach Ludwigs des Bayern Tode 1347, der König Eduard III. von England und der Markgraf Friedrich von Meißen die deutsche Krone ausgeschlagen hatten, wurde G. nach anfänglichem Widerstreben von Mainz und den Wittelsbachischen Kurfürsten von Brandenburg und Pfalz-Bayern 30. Jan. 1349 zu Frankfurt zum deutschen Könige gewählt und dem auf des Papstes und Frankreichs Antrieb bereits erwählten Karl IV. (s. d.) gegenübergestellt. Doch ließ sich von G.s wenigen Anhängern einer nach dem andern von Karl IV. gewinnen, selbst Ludwig von Brandenburg. Da G. schon 9. April schwer erkrankte, wie es heißt, von seinem frankfurter Arzte Freidank vergiftet, ließ er sich, als Karl gegen Eltvil heranzog, wo er mit dem kleinen Reste seiner Anhänger lag, von den früher ihm befreundeten Fürsten und im Vorgefühle seines nahen Todes bestimmen, gegen eine Abstandssumme von 20000 Mark der deutschen Krone zu entsagen. Zwei Tage nach seiner Verzichtleistung starb er (14. Juni 1349) zu Frankfurt. Er wurde dort im Dome beigesetzt und ihm daselbst 1352 ein Denkmal errichtet. Vgl. Uetterodt, 4G., Graf von Schwarzburg, erwählter deutscher König o (Lpz. 1862); Erhard, „Die Königswahl G.s mit Wen Ursachen und Folgeno (in Zeitschrift für Geschichte und Altertum Westfalenso, neue Folge, Bd. 1).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 628Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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