Hamilton (Sir William), namhafter engl. Phibebior geb. in Glasgow 8. März 1788, in Orford gebildet und 1810 graduiert, nahm seit 1813 eine richterliche Stellung in Edinburgh ein, machte 1817 und 1821 Reisen nach Deutschland und erhielt 1821 eine Professur der Geschichte, 1836 eine solche der Logik und Metaphysik in Edinburgh. Als Vertreter der letztern hatte er einen glänzenden Lehrerfolg. Er starb 6. Mai 1846 zu Edinburgh. Litterarisch machte sich H. Ehens durch eine Reihe von Artikeln berühmt, welche seit 1829 in der „Edinburgh Reviewo und später erweitert unter dem Titel Discussions on philosophy and literature, education and university reformo (Edinb. 1852; 2. Aufl. 1853) erschienen. Doch ist er zu stellung seiner Lehre nicht gelangt. Im J. 1846 ließ er die Werke Reids mit wertvollen Anmerkungen erscheinen; eine ähnliche Ausgabe der Werke von Dugald Stewart in neun Bänden hat er nicht mehr vollendet. Nach seinem Tode wurden seine „Lectures on logics and metaphysics o von seinen beiden hervorragendsten Schülern Mansel und Veitch (1858 und 1860) herausgegeben. H. verband mit einer umfassenden, namentlich der klassischen Philologie zugewendeten Gelehrsamkeit eine hohe Kraft philos. Untersuchung. Er befruchtete die Traditionen der schott. Schule, der er sich selbst zurechnete, durch die Einflüsse der deutschen Philosophie, namentlich Kants und Fichtes, kam jedoch zumal er auch von dem Eklektizismus Cousins berührt wurde, über eine wesentlich psychol. Auffassung der Philosophie nicht hinaus. Er geht von einer Untersuchung des „Bewußtseins » und der darin gegebenen Beziehungen auf Subjekt und Objekt, etwa im Sinne Reinholds aus, um daraus erstlich eine sich gegen die physiol. Behandlung scharf abgrenzende Psychologie zu entwickeln, zweitens eine Lehre von der absoluten Gewißheit der selbständigen Existenz der räumlichen Außenwelt abzuleiten, drittens die Beschränkung der menschlichen Erkenntnis auf das Bedingtev zu folgern, woneben er nur eine analogische Vorstellung von dem «»Unbedingten», d. h. der Gottheit, zuge and. Vgl. über sein Leben Th. Spencer Baynes, adir William II. v(in den Edinburgh Essayso 1856) und Veitch, Memoir of Sir William H.» (Lond. 1869); über seine Lehre J. Stuart Mill, Examination of Sir William H.s philosophyv (4. Aufl., Lond. 1872); Veitch, Sir William H., the man and his philosophy, two lectureso (Edinb. und Lond. 1883); derselbe, Sir William H.v in Blackwoods Philosophical classicso (Edinb. und Lond. 1882); ferner Bolton, Inquisitio philosophica, an examination of the principles of Kant and Hamiltono (Lond. 1866), und Monck, «Sir William H. v in English philosopherso (Lond. 1881).