FeedHandarbeit in Schulen
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Handarbeit in Schulen, die zu verschiedenen Zeiten von hervorragenden Pädagogen, namentlich auch von Salzmann, Pestalozzi und Fellenberg, erstrebte, in neuerer Zeit besonders infolge der Bemühungen des dän. Rittmeisters a. D. Clauson von Caas in Dänemark, Schweden, Finland, Frankreich, Belgien und Deutschland, sowie in Österreich und Holland praktisch versuchte Verbindung des Handfertigkeitsunterrichts mit der Jugenderziehung, deren Aufgabe nicht in einer fachlichen Ausbildung, sondern darin besteht, neben der in den heutigen Schulen zu ausschließlich gepflegten Entwickelung der Geisteskräfte die der körperlichen Fähigkeiten zu fördern. Diesem Gesichtspunkt entsprechend kommen als Gegenstände der H. nur solche Zweige der gewerblichen Thätigkeit in Betracht, welche einerseits weder eingehende Vorkenntnisse, noch bedeutende Anstrengung, noch auch kostspielige Materialien und Hilfsmittel erfordern, andererseits geeignet sind, das Interesse der Jugend anzuregen und die Geschicklichkeit von Hand und Auge zu üben, somit den Sinn für schöne Formen wie überhaupt für Maß und Ordnung zu wecken, wodurch mittelbar auch auf die Hebung des Handwerks und Kunstgewerbes, ja selbst der Industrie Drr Unter⸗ werden kann. Demgemäß erstreckt sich er Unterricht vor allem auf Bildschnitzerei, Laubsägen, Einlegearbeiten, Tischlerei, Schlosserei, Bürstenbinden, Korbmacherei, Stuhlrohrflechten, Buchbinder⸗ und Papparbeiten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 769Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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