FeedHanseatische Legion. Im März 1813
GeschichteBrockhaus 1882

Hanseatische Legion. Im März 1813, bald nach dem Abzuge der Franzosen, traten auf Anregung von drei angesehenen Bürgern Hamburgs, Dr. L. von Heß, Friedr. Perthes und Dr. Ferd. Beneke, junge Männer Hamburgs freiwillig zusammen, um sich in den Waffen zu üben und zur Aufrechthaltung der Ordnung in der Stadt mitzuwirken. Am 18. Mai rückte General Tettenborn in Hamburg ein und forderte die Bevölkerung auf, eine Hanseatische Legion zu errichten, um an dem deutschen Befreiungskampfe teilzunehmen. Die bereits in den Waffen geübten jungen Leute bildeten den Stamm dieser Legion, für deren Ausrüstung und Bewaffnung alle Klassen der Bevölkerung wetteifernd Sorge trugen. Gleichzeitig bildete sich aus ältern Bürgern unter Dr. L. von Heß für die Verteidigung der Stadt und zur Erhaltung der innern Ordnung auf Beschluß des Rats eine bewaffnete Bürgergarde. Sowohl diese Bürgergarde wie die Hanseatische Legion haben an der Verteidigung der Stadt gegen die Truppen Davousts und Vandammes tapfer teilgenommen, bis General Tettenborn in der Nacht vom 29. zum 30. Mai die Räumung der Stadt beschloß. Dr. von Heß löste darauf hin sofort die din Bänen un auf, und die am 30. Mai einrückenden Dänen und Franzosen entwaffneten die Bürgerschaft. Die Hanseatische Legion, nur wenige hundert Mann Schützen stark, hatte mit Tettenborn Hamburg verlassen und schloß sich in Mecklenburg den Truppen des Generals Walmoden an. Dieselbe verstärkte sich durch Zuzug aus Lübeck; auch führte ihr Mettlerkamp eine Schar aus Hamburg ausgewanderter Bürger zu. Die Hanseatische Legion nahm an den Kämpfen im Mecklenburgischen und späterhin in Schleswig teil und kehrte erst 30. Juni 1814 nach Hamburg zurück, während die von Mettlerkamp neugebildete Bürgergarde an der Einschließung der Stadt bis zur Kapitulation teilnahm und mit den russ. Truppen des Generals Bennigsen nach dem völligen Abzuge der franz. Besatzung 31. Mai 1814 in dieselbe einrückte. Beide Truppenkörper wurden in der Heimat unverzüglich aufgelöst.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 831Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6