FeedHatzfeldt
GeschichteBrockhaus 1882

Hatzfeldt (Paul Melchior Hubert Gust. Graf von), preuß. Staatsmann, Sohn des Grafen Edmund von H.⸗Wildenburg und der Gräfin Sophie, geb. 8. Okt. 1831, trat nach Beendigung seiner jurist. Studien in die diplomatische Laufbahn und war zunächst als Legationssekretär in Paris thätig. Nach Berlin berufen, trat er als vortragender Rat des Auswärtigen Amts in unmittelbare Beziehungen zu Bismarck, begleitete denselben während des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870 und 1871 nach Frankreich und wurde 1874 zum außerordentlichen Gesandten in Madrid und im Okt. 1878 zum Botschafter in Konstantinopel ernannt, wo er sich als Doyen des diplomatischen Korns namentlich um das Zustandekommen der türk.⸗griech. Grenzkommission verdient machte. Nach dem Tode des Staatssekretärs von Bülow kehrte H. im Sommer 1881 nach Berlin zurück und übernahm zuerst provisorisch, später definitiv dessen Geschäfte, nachdem er 13. Okt. 1882 zum preuß. Staatsminister und Staatssekretär des Auswärtigen ernannt worden war.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 896Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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