FeedHauswirtschaft
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Hauswirtschaft ist im weitern Sinne gleichbedeutend mit der privaten Einzelwirtschaft im Gegensatz zur Volkswirtschaft. Im engern Sinne aber bezeichnet H. die Haushaltung, d. h. die planmäßige Ordnung der Konsumtion in der Einzelwirtschaft. Es kommt daher darauf an, daß nicht nur im allgemeinen die Ausgaben mit dem Einkommen mindestens im Gleichgewicht bleiben, sondern daß auch auf die Hauptarten der Bedürfnisse eine möglichst richtig bemessene Quote der Gesamtausgaben komme. Leplay, Ducpetiaur, Engel, Laspeyres u. a. haben sich eingehend mit der Untersuchung des Haushaltungsbudgets solcher Familien beschäftigt, die für gewisse Kategorien, namentlich der Arbeiterbevölkerung, als typisch betrachtet werden konnten, und es hat sich dabei namentlich herausgestellt, daß auf die Nahrung ein um so größerer Bruchteil des Einkommens verwendet wird, je kleiner das letztere ist. Von einem Einkommen von 500 bis 600 Mark nimmt in einer Arbeiterfamilie von mittlerer Größe das Nahrungsbedürfnis etwa 70 Proz. in Anspruch, während eine Familie mit 1500 Mark Einkommen für Nahrungsmittel kaum 25 Proz. dieses Betrags verausgabt. Die Ausgaben für Kleidung nehmen in der Arbeiterbevölkerung die zweite Stelle ein (14—18 Proz.) und die für die Wohnung erscheinen in der dritten Reihe mit 6—8 Proz., während in den mittlern Ständen die Reihenfolge meistens die umgekehrte sein dürfte. Die innere Leitung der H. ist die naturgemäße wirtschaftliche Thätigkeit der Frauen, und dieselbe ist unter normalen? hältnissen nützlicher und fruchtbarer, als die unmittelbare Mitwirkung der Frauen bei dem Erwerb.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 915Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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