FeedLewald (Joh. Karl Aug.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Lewald (Joh. Karl Aug.), deutscher Schriftsteller, geb. 14. Okt. 1792 zu Königsberg in Preußen, verlebte eine Reihe von Jahren in abenteuerlicher Weise, worüber seine KAquarelle aus dem Leben » (4 Bde., Mannh. 1836—37) manches mitteilen. Zuerst in dem Bankhause seines Vetters D. M. Lewald, des Vaters von Fanny L. thätig, ward er von diesem in Geschäften nach Warschau gesendet, wo er in russ. Dienste trat. Später lebte er in Breslau, trat 1818 zu Brünn als Schauspieler auf und war von da an neun Jahre in diesem Fache thätig. Dann wirkte er noch vier Jahre als technischer Direktor an dem neuen Stadttheater zu Hamburg. Während dieser Zeit veröffentlichte er namentlich Novellen (3Bde., Hamb. 1831—33). Seit 1834 wohnte er in Stuttgart und widmete sich hauptsächlich dem 1835 von ihm begründeten Journal «Europa, Chronik der gebildeten Welte, das später (1846) F. G. Kühne in Leipzig übernahm. Daneben veröffentlichte er zahlreiche Romane und Novellen, Reisehandbücher, auch dramaturgische Werke. L. verlegte 1841 seinen Wohnsitz nach Baden-Baden, 1846 nach Wien, befand sich 1848 und 1849 in Frankfurt, übernahm dann in Stuttgart die Mitredaction der konservativen Zeitung Deutsche Chroniko und wurde zugleich Regisseur des Hoftheaters. Seine „Gesammelten Werkey gab er in Auswahl heraus (12 Bde., Lpz. 1844 —45). L. starb zu München 10. März 1871.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 44Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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