Licinins (C. Flavius Valerius Licinianus), röm. Kaiser, geb. in Dacien, arbeitete sich als tüchtiger Soldat aus niedrigem Stande empor und wurde in der stürmischen Zeit nach Diocletians Rücktritt durch den Kaiser Galerius auf der Konferenz von Carnuntum 11. Nov. 307 n. Chr. zum Augustus für Pannonien und die röm. Alpenländer ernannt. Nach der Niederwerfung des in Italien herrschenden Maxentius durch den gallischen Kaiser Konstantin d. Gr. (312) erließ der mit des letztern Schwester Constantia verlobte L. zu Anfang des J. 313 zu Mailand im Verein mit Konstantin das berühmte Toleranzedikt zu Gunsten der Christen und warf nachher den asiat. Kaiser Harte des Daja nieder. Runmehr Herr der Osthälfte des Reichs, geriet er 314 mit Konstantin in Krieg und mußte demselben nach Verlust der Schlachten bei Cibalis und bei Adrianopel die Alpenländer und die Balkanhalbinsel (mit Ausnahme von Thrazien) abtreten. In dem großen Kriege vom J. 323 verlor er die Schlachten bei Adrianopel und bei Chrysopolis, mußte zu Gunsten des Konstantin der Herrschaft entsagen und wurde, wider die eidliche Zusage des Siegers, 324 zu Thessalonich aus dem Wege geräumt.