Loherangrin (gebildet aus dem Namen des Helden eines franz., zum karolingischen Sagenkreis gehörigen Gedichts, Garin le Loherain) ist Parzivals (s. d.) Sohn, wird durch Gott vom heiligen Gral (oder von Artus) der bedrängten Königstochter Elsa von Brabant als Kämpe gegen Friedrich von Telramunt zugesendet, der sie wider ihren Willen freien wollte; er wird auf einem Nachen, den ein Schwan zieht, wunderbar zu ihr geleitet. Nachdem Friedrich durch ihn. gefallen, wird Elsa sein Weib. L. hilft dem Kaiser Heinrich die Ungarn besiegen, zieht mit ihm nach Italien und siegt dort, von Petrus und Paulus im Kampf begleitet, vor Rom über die Sarazenen, die den Papst bedrängen. Als er nach Köln zurückgekehrt, fragt Elsa wider sein Verbot ihn um seine Herkunft; vergebens weigert er die Antwort. Als sie zum dritten mal in ihn dringt, erklärt er sich, zugleich aber, daß er sie nun verlassen müsse. Der Schwan erscheint wieder, und voll Schmerz scheidet er von ihr und von seinen Knaben Lohengrin und Johann, um zum Gral nach hafte 3 zurückzukehren. Die frühere, sehr mangelafte Ausgabe von Glöckle, mit einer Einleitung von Görres (Heidelb. 1813), wurde von Rückert (Quedlinb. 1858) durch eine bessere kritische ersetzt. Eine zweite Bearbeitung befindet sich in der Piaristen-Handschrift des Heldenbuchs in Wien (herausg. von Steinmeyer in der Zeitschriftfür deutsches Altertumv», Bd. 15). Sie ist zwar erst im 15. Jahrh. verfaßt, der Inhalt zeigt sich aber hier weit einfacher, ohne den unpassenden zweiten Teil, und schließt sich dem ursprünglichen Gedicht genauer an. Vgl. Elster, „Beiträge zur Kritik des L.» (Halle 1884). R. Wagner benutzte den Stoff zu einer Oper.