Lombardus (Petrus), einer der berühmtesten Scholastiker, stammte aus Novara in der Lombardei, woher er seinen Zunamen erhielt. Seine Bildung erhielt er in Rheims und danach in Paris, wohin Bernhard von Clairvaux 01 empfohlen hatte. Später trat er in Paris selbst als Lehrer der Theologie auf. Im J. 1159 Bischof zu Paris, starb er schon 20. Juli 1160. In dem Werke aSententiarum libri IVy, welches unzähligemal kommentiert wurde und bis auf die Reformation ein fast klassisches Ansehen unter den Theologen hatte, stellte er die Aussprüche der Kirchenväter, besonders des Augustinus, über Dogmen unter gewissen Titeln zusammen, unter Hinzufügung. der Einwendungen gegen dieselben und der Widerlegungen dieser Einwendungen durch kirchliche Autoritäten, jedoch ohne sich dabei ein eigenes Urteil zu erlauben. Dieser dogmatischen Methode folgte die Schule der Sententiarier. Er stellte unter anderm die Theorie von den sieben Sakramenten auf und erhielt von seinem Hauptwerke den Namen Magister sententiarumo. Seine Schriften gab Aleaume (Löwen 1546, Antw. 1757), zuletzt Migne ((Patrologiae cursuso, Bd. 192) heraus.